Gregoriusmesse

  1. Start
  2. Lexikon
  3. Gregoriusmesse

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Gregoriusmesse

Gregoriusmesse, eine in allen Techniken ausgeführte, im Hochmittelalter beliebte Darstellung: dem Papst Gregor d. Gr. erscheint bei der Feier der hl. Messe in S. Croce zu Rom der Heiland in der typischen Form des Schmerzensmannes.

Der heilige Papst Gregor der Große kniet vor dem Altar und schaut hoch auf den gekreuzigten Jesus, der ihm lebendig erscheint; hinter ihm sieht man Geistliche, zum Teil kniend, zwei Mönche stehen, der eine hält das Kreuz, der andere den Wein und das Wasser

Eine literarische Parallele dieses Bildgedankens findet sich bereits in der Gregorius-Biographie des Paulus Diaconus (auch in den ältesten Handschriften), doch mit dem wesentlichen Unterschied, daß die Erscheinung statt in Menschengestalt in Form eines blutigen Fingergliedes erfolgt. Die Wurzel des Bildgedankens ist nicht dieser Wunderbericht, sondern die dem Orient entstammende Darstellung des Schmerzensmannes (imago pietatis), der nachweisbar bereits die Idee eines eucharistischen Wandlungs-Wunders anhängt. Findet dieses zunächst noch keinen Ausdruck, so erlebt es später eine reiche Entfaltung, indem dem Heilandsbild außer den „Waffen Christi“ zunächst die Person Gregors, manchmal auch eines 2. Papstes (Silvester?), später der ganze oft absichtlich vermehrte Altardienst (Kardinäle, Bischöfe usw.) beigegeben wird, was missverstanden die auf Predellen beliebte Darstellung des Schmerzensmannes mit den 4 großen Kirchenlehrern fördert, wenn nicht hervor ruft.

Durch die deutschen Rompilger bei den Jubiläen von 1300 an sowie durch die viel gelesene Legenda aurea (46, 11) des Jakob von Viraggio, die des Paulus Wunderbericht aufnahm, fand das Bild in Deutschland weiteste Verbreitung. Auch Dürer fühlte sich zur Darstellung hingezogen. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. IV, 1932, Sp. 689

Naturrecht
Kostbares Blut

Weitere Lexikon-Einträge

Sedulius

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Sedulius Sedulius, mit dem wahrscheinlich erst späteren Beinamen Cälius (zum Unterschied von Sedulius Scottus), altkirchlicher lateinischer Dichter, widmete sich in Italien dem philosophischen Studium, dann dem Unterricht in Metrik, der ihn zu eigenen Schöpfungen…
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Allioli Allioli, Joseph Franz, Exeget und Bibelübersetzer, *10.8.1793 zu Sulzbach, † 22.5.1873 zu Augsburg. Priester 1816 zu Regensburg, Dr. Theol. 1816 zu Landshut. Nach Verwendung in der Seelsorge studierte er 1818-1821 in Wien, Rom…

Antiochus

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Antiochus Antiochus I. * Antiochus II. Theos * Antiochus III. der Große * Antiochus IV. Epiphanes * Antiochus V. Eupator * Antiochus VI. Epiphanes Dionysus * Antiochus VII. Sidetes * Antiochus VIII. Epiphanes Kallinikus…

Lavigerie

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Lavigerie Lavigerie, Charles Martial Allemand, Kardinal (seit 1882), * 31.10.1825 zu Huire bei Bayonne, † 25.11.1892 zu Algier. 1850 mit den Thesen de Hegesippo un d Essai sur l’ecole chrét. d’Edesse zum Doktor promoviert,…

Theodosia

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Theodosia Theodosia, hl., Jungfrau und Märtyrerin in Cäsarea (Palästina) im 5. Jahr der großen Verfolgung (308), die einzige sicher geschichtliche Märtyrerin dieses Namens in ihr, stammte aus Tyrus, sprach in Cäsarea mit gefangenen Christen,…

Weitere Lexikon-Beiträge

Es wurden keine Ergebnisse gefunden, die deinen Suchkriterien entsprechen.

Menü