Utilitarismus

  1. Start
  2. Lexikon
  3. Utilitarismus

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Utilitarismus

Utilitarismus, Nützlichkeitsmoral, die das Sittliche dem Nützliche gleich setzt: sittlich gut ist, was nützt, sittlich schlecht, was schadet (Utilitäts-Prinzip). Dabei kann bald der Nutzen des Einzelnen, bald jener der Gemeinschaft (Familie, Volk, Staat, Menschheit) in Anschlag gebracht werden. So tritt der Utilitarismus auch in vielen Abstufungen auf, angefangen vom engherzigen Egoismus des Einzelnen bis zu einem Altruismus, der nur für das Wohl der Gemeinschaft lebt. Gemeinsam ist allen seinen Formen, daß immer der Mensch äußeren Erfolgen dienstbar gemacht wird, daß das sittliche, die sittliche Forderung, nicht als etwas vom äußeren Erfolg Unabhängiges über allem äußeren Geschehen steht, sondern alle Pflichterfüllung, alle Tugend, nur dem Nutzen dient, während das Schlechte nicht um seiner selbst willen verworfen, sondern nur wegen seiner schädlichen Folgen verurteilt und abgelehnt wird.

Diese ethische Auffassung schiebt Gott ganz beiseite. Der Utilitarismus hat von jeher alle Materialisten zu Anhängern gehabt. Von seinen Verfechtern seien neben Epikur die neueren Philosophen Hobbes, Bentham, Mandeville, H. Spencer, Aug. Comte und John Stuart Mill genannt. Er wurde ausdrücklich bekämpft von I. Kant, J. G. Fichte und Fr. Nietzsche, natürlich auch von der christlichen Ethik. Mag diese auch nützliche Folgen des Guten, wie Gewissensruhe, äußeren Frieden, Wohlstand, Familienglück, ewige Seligkeit, als heilsame Folgen guter Handlungen, dagegen Gewissensbisse, äußere Zerwürfnisse, Zerrüttung der Gesundheit oder des Vermögens, ewige Verdammnis als Folgen schlechter Lebensführung anführen und damit für das Gute bzw. gegen das Böse werben, so kann doch ihr höchster sittlicher Maßstab nie der Nutzen oder Schaden sein, von dem die sittlichen Handlung begleitet ist; das Urteil darüber, ob etwas gut oder böse sei, muss vom äußeren Erfolg oder Misserfolg unabhängig sein. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. X, 1938, S. 463 – S. 464

Buch mit Kruzifix
Harnack
Buch mit Kruzifix
Immanentismus

Weitere Lexikon-Einträge

Buch mit Kruzifix

Appellanten

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Appellanten Appellanten, Anhänger des Jansenismus in der fünften Periode seiner Entwicklung. Nachdem die Umtriebe und die Opposition gegen die Bulle Unigenitus, sowie die fruchtlosen Unterhandlungen zwischen den Akzeptanten und den Opponenten sich durch einige…
Buch mit Kruzifix

Akkommodation

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Akkommodation Bedeutung des Begriffes Akkommodation Akkommodation, biblische. Akkommodation bedeutet bei den lateinischen Schriftstellern sowohl das Anpassen einer Sache an etwas, das Einrichten einer Sache nach etwas (objektive Akkommodation), als auch das Sichrichten nach etwas,…
Buch mit Kruzifix

Dionysius Exiguus

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Dionysius Exiguus Dionysius Exiguus (wie er sich in Demut nannte), Skythe von Geburt, Mönch (Abt?), lebte seit etwa 497 bis um 540 in Rom. Ausgezeichnet durch Kenntnis der Hl. Schrift und Beherrschung der griechischen…
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Deutsche Könige und Kaiser mit Namen Heinrich Heinrich I. – Heinrich II. – Heinrich III. – Heinrich IV. – Heinrich V. – Heinrich VI. – Heinrich VII. Heinrich I., 919 bis 936, vermählt mit…
Buch mit Kruzifix

Maxentius und Maximian

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Maxentius und Maximian römische Kaiser und Christenverfolger Maxentius, römischer Kaiser 306-312, * um 279 als Sohn des Maximianus Herkulius, ließ sich 306 gegen den zum Cäsar des Westens bestellten Severus in Rom als Augustus…

Weitere Lexikon-Beiträge

Es wurden keine Ergebnisse gefunden, die deinen Suchkriterien entsprechen.
WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner