Insordeszenz

  1. Start
  2. Lexikon
  3. Insordeszenz

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Insordeszenz

Insordeszenz heißt die absolute Hartnäckigkeit der mit kirchlichen Zensuren belasteten Personen. Dieselbe ist vorhanden, wenn sie ein volles Jahr hindurch in denselben beharren und in keiner Weise sich der kirchlichen Schlüsselgewalt unterwerfen. Sie ist stärker als die contumacia, welche die Zensur herbei geführt hat, und setzt die Kenntnis von der verhängten Zensur, sowie ein absichtliches Unterlassen der Bitte um die kirchliche Lossprechung aus Verachtung der kirchlichen Gewalt voraus, wobei auch der Verdacht der Häresie entsteht. Gegen Insordeszenten (auf die man Ps, 57, 5. 6 anwandte) wurde gewöhnlich die Exkommunikations-Sentenz unter Ausdrücken und Zeremonien des Abscheus und der Verwünschung feierlich wiederholt, namentlich indem der Klerus die in den Händen gehaltenen brennenden Kerzen zu Boden warf und auslöschte, wie 1031 auf der Synode zu Limoges, 1119 auf der zu Reims, 1245 auf dem allgemeinen Konzil von Lyon. (Vgl. des Verf. Schrift Kathol. Kirche u. christl. Staat 46. 60) Hiervon handeln Cölestin III. (c. 8, X 1, 14), Alexander IV. (c. 7 in VI, 5, 2), das Konzil von Trient (Sess. XXV, c. 3 De ref. Fin.). Insordeszenten sind dem Gesagten gemäß nicht solche Personen, welche von der Zensur keine Kunde gehabt oder vergeblich um Absolution nachgesucht haben oder, nachdem sie dieselbe cum reincidentia erlangt hatten, wieder in sie zurück gefallen sind, überhaupt nicht diejenigen, denen eine Herzens-Verhärtung und Verachtung der Kirche gänzlich ferne ist. –
aus: Wetzer und Welte`s Kirchenlexikon, Bd. 6, 1889, Sp. 794 – Sp. 795

Maistre, Joseph Marie
Circumcellionen

Weitere Lexikon-Einträge

Exorzistat

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Exorzistat Exorzistat, kirchliche Weihestufe, von den jetzigen niederen Weihen (Ordo) die zweite. Die Vornahme des Ezorzismus war ursprünglich nicht an ein bestimmtes Amt gebunden, stand vielmehr bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts Klerikern und…

Byzantinismus

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Byzantinismus Byzantinismus, das im byzantinischen Reich ausgebildete despotische System, das in weltlichen, kirchlichen und selbst in Glaubenssachen sklavische Unterwürfigkeit unter die vergötterte Staatsgewalt forderte, eine Fortsetzung der antik-heidnischen Anschauung von Kaiser und Kaisertum, fand…

Philipp von Hessen

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Philipp von Hessen Philipp „der Großmütige“, 1509 bis 1567 Landgraf von Hessen, * 13.11.1504 zu Marburg, † 31.3.1567 zu Kassel; 1518 für mündig erklärt, 1524 mit Christine, Tochter des streng katholischen Herzogs Georg v.…

Konstantius

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Konstantius Konstantius von Fabriano, sel., OP, * 1410, † 25.2.1481 zu Ascoli; trat in seiner Vaterstadt Fabriano in den Orden; wirkte als Professor der Theologie zu Bologna un Florenz. Seinen Eifer für die Ordensreform…

Beginen

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Beginen Das Leben der Beginen Beginen, ordensähnliche Genossenschaften. – Die Beginen, welche Witwen und Jungfrauen aufnehmen, um sie den Gefahren der Welt zu entziehen, unterschieden sich von Religiosen dadurch, daß sie keine beständigen Gelübde…

Weitere Lexikon-Beiträge

Es wurden keine Ergebnisse gefunden, die deinen Suchkriterien entsprechen.

Menü