A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T Ü V W Z

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Coligny

Coligny, altes französisches Adelsgeschlecht, dem u.a. die 3 zum Calvinismus übergetretenen Brüder entstammen:

1) François, Sieur d`Andelot, General, *1521, † 27.51569; bekannte sich seit 1553 zum Calvinismus. – J. De Laborde (Par. 1886)

2) Gaspard, Sieur de Châtillon, Admiral von Frankreich, * 16.2.1519 auf Schloß Châtillon-sur Loing (Dep. Loiret), † 24.8.1572 zu Paris; 1552 Admiral, 1555 Statthalter der Picardie, geriet bei der Erstürmung von St-Quentin 1557 in spanische Gefangenschaft, die er in den Niederlanden verbrachte. 1559 freigelassen, trat er 1560 zum Calvinismus über und wurde in der Folge eifriger Vertreter des Protestantismus (Tag von Orléans 1560) und Führer der Hugenotten in den Religionskriegen. 1570 erzwang er den Frieden von St-Germain, durch den die Hugenotten freie Religionsübung und 4 feste Plätze erhielten. 1571 wurde er auch wieder bei Hof zugelassen und gewann Einfluss auf Karl IX., fand aber heftige Gegner an den Guisen und an Katharina von Medici. Er fiel als erstes Opfer der Bartholomäusnacht.

3) Odet, „Kardinal von Châtillon“, * 1523, † 1568 zu Canterbury; vielleicht vergiftet von seinen Dienern. Er wurde, noch nicht 11 Jahre alt, von Klemens VII. in Marseille zum Kardinal-Diakon ss. Sergii et Bacchi kreiert (7.11.1533) und erhielt verschiedene Abteien. 1534 Erzbischof von Toulouse als Nachfolger des Gabriel von Gramont, unter dem der Protestantismus, besonders die Lehre Calvins, große Fortschritte gemacht hatte. Zu ihr bekannte sich nun auch Coligny, der inzwischen Bischof von Beauvais geworden, wurde 31.3.1563 von Pius IV. seiner Würden und Benefizien entsetzt, verheiratete sich 1564 mit Isabella de Hauteville („Madame la Cardinale“), kleidete sich aber, vom König geschützt, immer noch als Kardinal. Erst 1568 aus Frankreich verbannt, begab sich Coligny zur Königin Elisabeth nach England. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. II, 1931, Sp. 1011 – Sp. 1012

Tags: Häretiker
Buch mit Kruzifix
Hugenotten
Balmes, Jaime Luciano

Weitere Lexikon-Einträge

Buch mit Kruzifix

Agnostizismus

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Agnostizismus Agnostizismus, 1) in der Philosophie die Anschauung, daß wir das Übersinnliche nicht erkennen können. Unsere tatsächlichen Aussagen über die hinter der Erscheinungswelt liegenden Substanzen, Kräfte und Ursachen seien nur bequeme Namen (Nominalismus) für…
Buch mit Kruzifix

Bourdaloue

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Bourdaloue Bourdaloue, Louis, SJ (seit 1648), „Kanzelredner der Könige und König der Kanzelredner“, * 20.8.1632 zu Bourges, † 13.5.1704 zu Paris. Er lehrte in Bourges Philosophie und Moral, lebte aber seit 1665 ganz dem…
Buch mit Kruzifix

Typos

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Typos Typos, das von Kaiser Konstans II. September 647 erlassene Glaubensedikt, das die Ekthesis außer Kraft setzte und um des Friedens willen jegliche Äußerung im monotheletischen, aber auch dyotheletischen Sinn unter strengen Strafen verbot.…
Buch mit Kruzifix

Fraticellen

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Fraticellen Fraticellen. Etymologisch soviel wie Brüderchen, hat das Wort nicht immer häretischen Sinn. Das älteste päpstliche Dokument, das den Ausdruck in der Bedeutung von Häretiker gebraucht, ist die Bulle Johannes XXII. v. 30.12.1317 (BullFranc…
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Arnulf, deutscher König Arnulf (=Adlerwolf), deutscher König und Kaiser, der vorletzte Karolinger, * um 845 als natürlicher Sohn Karlmann` s und der Edlen Liutswinda, † 8.12.899; vermählt mit Ota (Uta), die 893 Ludwig das…

Weitere Lexikon-Beiträge

Buch mit Kruzifix

Inquisition

Kirchenhistorie
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Inquisition Inquisition, richterliche Verfolgung der Häresie durch ein von der Kirche eingesetztes Glaubenstribunal (inquisitio haereticae pravitatis). Gegen Häretiker wurden früh geistliche Zuchtmittel angewandt; von physischer Gewalt wollten jedoch anfangs die Wortführer der Christen, Origenes (C. Celsum VII 26), Cyprian (Ep. 4 Pomponio) und Lactantius (Div. Institut. V 19), nichts…
Buch mit Kruzifix

Hugenotten

Calvinisten
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Hugenotten Hugenotten. Das Wort Huguenots, seit etwa 1560 Name der französischen Calviner, ist vermutlich eine Französierung von eignots, der genfischen Bezeichnung für Eidgenossen; von Genf aus wurde nämlich die Protestantisierung Frankreichs hauptsächlich betrieben. – Unter Franz I. (1515-47) konnte sich die religiöse Neuerung in Frankreich nicht ausbreiten, da der…
Buch mit Kruzifix

Eudoxius

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Eudoxius Eudoxius, einflußreicher arianischer Bischof, * ca. 300 zu Arabissus (Kappadokien), † 370 als Bischof von Konstantinopel. Wahrscheinlich in der antiochenischen Schule gebildet (lucianischer Einfluß), wurde Eudoxius nach 330 Bischof von Germanicia, nahm als Anhänger der eusebianischen Partei an den Synoden von Antiochien 341, Sardica 343, wohl auch Sirmium…
Buch mit Kruzifix

Johannes von Wesel

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Johannes von Wesel Johannes von Wesel (de Vesalia oder auch bloß Wesalia), nicht zu verwechseln mit Johannes Wessel, gehört zu den mittelalterlichen Irrlehrern, welche man als Vorläufer der Reformatoren bezeichnet. Er wurde zu wesel (wahrscheinlich zu Oberwesel am Mittelrhein) im Anfang des 15. Jahrhunderts geboren; sein Familienname war Ruckrath…
Buch mit Kruzifix

Arnold von Brescia

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Arnold von Brescia Arnold von Brescia, * wohl Ende des 11. Jahrhunderts, † 1155. Studierte in Paris bei Abaelard und wurde in Brescia Priester und Augustiner-Chorherr. Ein eigenwilliger, zum Extremen geneigter Kopf, strengster Aszese ergeben und von leidenschaftlichem Reformeifer beseelt, verwarf er, in die demokratischen Kämpfe seiner Vaterstadt hinein…
Buch mit Kruzifix

Kamisarden

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Kamisarden Kamisarden, die reformierten Bewohner der Cevennen während der Aufstände 1702/05. Der Name wird abgeleitet von camise = Hemd (Blusenmänner) oder camis = Landstraße (Wegelagerer) oder camisade = Nächtlicher Überfall. Die Kamisarden veranstalteten nach Aufhebung des Edikts von Nates (1685) bei nacht religiöse Versammlungen und gingen 1702 unter schwärmerischen…
Consent Management Platform von Real Cookie Banner