Albornoz

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Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Albornoz

Albornoz, Ägidius Alvarez, „das größte politische Genie, das die spanische Rasse hervor gebracht“ (M. Pelayo), der zweite Begründer des Kirchenstaates, * um 1300 zu Cuenca in Spanien, † 23.8.1367 bei Viterbo. Stammend aus königlichem Geschlecht, wurde er 13.5.1338 Erzbischof von Toledo, wo er sich eifrig um die Kirchenreform bemühte. Als er sich mit dem König Peter wegen dessen Ausschweifungen überworfen hatte, floh er nach Avignon. Im Konsistorium vom 17.12.1350 wurde er zum Kardinalpriester von S. Clemente ernannt; Dezember 1356 Kardinalbischof von Sabina.

Nach der Erhebung Innozenz` VI. Dezember 1352 wurde er dessen Nachfolger als Großpönitentiar. Ein Formular der Pönitentiarie mit Briefen des Großpönitentiars Albornoz ist noch erhalten (E. Goeller, Die päpstl. Pönitentiarie I 1 (1907) 35f). Albornoz, der schon 1340 auf Bitten des Königs von Kastilien an einem Feldzug gegen die Mauren teil genommen, löste als Legat Innozenz` VI. glänzend die Aufgabe, Ordnung im Kirchenstaat zu schaffen und die verlorenen Gebiete zurück zu erobern. Auch arbeitete er an der Befriedung Roms, indem er Cola di Reinzo, den er, nachdem ihn der Papst wieder frei gegeben hatte und nachdem Baroncelli, der 14.8.1353 die Gewalt in Rom an sich gerissen hatte, gestürzt war, zum Senator von Rom ernannte. Vorübergehend zurück gerufen und durch Androin de la Roche ersetzt, kehrte er als Legat 1358 nach Italien zurück, eroberte auch Forli und Bologna und besiegte Bernabo Visconti. Von seiner hohen staatsmännischen Begabung zeugen die sogenannten Ägidianischen Konstitutionen, die bis 1816 Gesetzbuch für denKirchenstaat blieben (P. Sella, Const. Aegid., Rom 1912; a. Diviziani, Fonti delle costit. Egid., Rom 1923). –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. I, 1930, Sp. 221 – Sp. 222

Reformationsrecht
Ferdinand I. – III. deutsche Kaiser

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