Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Flavian

Flavian I., 381-404 Patriarch von Antiochien, * um 320 ebd. Schon als Laie trat er dem arianischen Bischof Leontius (344-57) entgegen. Während der mehrfachen Verbannung des Bischofs Meletius waren Flavian und sein Freund Diodor (der spätere Bischof von Tarsus) die Führer der meletianischen (jungnicänischen) Gemeinde. Nach des Meletius Tod wurde Flavian selbst Patriarch.

Als solcher veranstaltete er gegen die Messalianer ein Konzil. Nach dem Säulenaufstand in Antiochien 387 reiste er nach Konstantinopel und erreichte von Kaiser Theodosius I. die Begnadigung der Stadt. Über die Audienz berichtete Chrysostomus in seiner 21. Säulenhomilie (Migne PG 49, 21ff). Dem letzten gelang es 398, die kirchliche Gemeinschaft zwischen Flavian und Rom wieder herzustellen und so das meletianische Schisma im wesentlichen zu beendigen. Im Orient wird Flavian als Heiliger verehrt. Fest 27. September. Von seinen Kommentaren zu Lk. und Joh. und seinen Homilien sind nur Fragmente sowie eine Predigt erhalten.

Flavian, 446-49 Patriarch von Konstantinopel, vorher Presbyter dort, † August 449 zu Hypaipa in Lydien. Auf einer unter seinem Vorsitz zu Konstantinopel 448 abgehaltenen Synode (…) trat er dem Eutyches entgegen und teilte das Urteil von dessen Absetzung dem Papst Leo I. mit, der ihm mit der berühmten Epistula dogmatica v. 13.6.449 (Monophysitismus) antwortete. Mit Hilfe des dem Flavian feindseligen Eunuchen Chrysaphius setzte es Eutyches durch, dass Kaiser Theodosius II. eine Synode nach Ephesus berief und den Vorsitz dem Patriarchen Dioskur von Alexandrien, einem persönlichen Gegner Flavians übertrug.

Diese, die sog. Räubersynode von 449, erklärte den Eutyches für orthodox und setzte seinen Gegner ab. Flavian wurde exkommuniziert und von Soldaten und Mönchen so misshandelt, dass er nach 3 Tagen starb. Die Väter des Konzils von Chalcedon 451 rechtfertigten Flavian und zählten ihn als Märtyrer den Heiligen bei. Die Kaiserin Pulcheria ließ seine Überreste in feierlichen Zuge nach Konstantinopel bringen. Fest 18. Februar. Von Flavian sind erhalten 3 Briefe an Leo I. (Migne PG 54, 723ff 743ff; der 3. hrsg. v. S. G. Amelii, S. Leone Magno (Monte Cassino 1890)) und 1 Brief an Theodosius II. (Migne PG 65, 889/92). –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. IV, 1932, Sp. 29

Buch mit Kruzifix
Fideismus
Buch mit Kruzifix
Fraticellen

Weitere Lexikon-Einträge

Buch mit Kruzifix

Spiegel

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Spiegel Spiegel galten im Mittelalter als Heilmittel bei Augenkrankheiten und erhielten deshalb in einigen Diözesen (Breslau 1499, Krakau) eine eigene Weihe am Aschermittwoch. Sie steht in keinem Zusammenhang mit der abergläubischen Verwendung von Spiegeln…
Buch mit Kruzifix

Zölibat

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Zölibat Zölibat ist die pflichtmäßige Ehelosigkeit der Kleriker der höheren Weihen in der abendländischen Kirche. Die biblischen Grundlagen des Zölibats sind der evangelischen Rat der freiwilligen Ehelosigkeit, „um des Himmelreiches willen“, den Christus gegeben…
Buch mit Kruzifix

Ludwig der Bayer

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Ludwig der Bayer Ludwig IV. der Bayer, * 1.4.1282 zu München als Sohn des Herzogs Ludwig II. von Oberbayern und Mechthilds, der Tochter Rudolfs von Habsburg, 1294 Herzog von Oberbayern-Ingolstadt, 20.10.1314 von der Mehrzahl…
Buch mit Kruzifix

Sozinianismus

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Sozinianismus I. Der Begründer des Sekte des Sozinianismus ist Faustus Sozinus (Fausto Sozzini), * 1539 zu Siena, † 3.3.1604 zu Luclawice bei Krakau (hier Denkmal). Er studierte die Rechte, wandte sich aber bald unter…
Consent Management Platform von Real Cookie Banner