Lexikon K

Konstantius

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Konstantius

Konstantius von Fabriano, sel., OP, * 1410, † 25.2.1481 zu Ascoli; trat in seiner Vaterstadt Fabriano in den Orden; wirkte als Professor der Theologie zu Bologna und Florenz. Seinen Eifer für die Ordensreform bewies er besonders als Prior von Fabriano, Perugia und Ascoli. Werke: Vita b. Conradini u. Sermones. Pius VII. Sprach ihn 1811 selig. Fest 25. Februar.

Konstantius, römische Kaiser:

Konstantius I., eigentlich Constantius Flavius Valerius, von byzantinischen Schriftstellern Chlorus zubenannt. Illyrier von niedriger Herkunft, nahm zu Naïssus Flavia Helena (Mutter Konstantins des Großen) zur Frau, die er aber 289 mit Theodora, der Stieftochter des Maximianus Herkulius, vertauschen musste, 1.3.293 von diesem adoptiert und zum Cäsar über Gallien erhoben, eroberte 296 Britannien, 1.5.305 nach Abdankung Maximians Augustus für die westliche Reichshälfte, † 25.7.306 zu Eboracum (York). Der milde und rechtliche Fürst ließ in der Verfolgung Diokletians nur einen Teil des 1. Edikts von 303 (Niederreißung der christlichen Kirchen) ausführen (Lactantius, De mort. 15,7).

Konstantius II., Flavius Julius, 3. Sohn Konstantins des Großen und seiner Gemahlin Fausta, der Tochter Maximians, * 7.8.317 wahrscheinlich zu Sirmium, 324 Cäsar, nach Konstantins Tod 337 mit seinen Brüdern Konstantin II. und Konstans Augustus, nachdem fast alle männlichen Verwandten mit seiner Duldung von den Soldaten in Konstantinopel ermordet worden waren.

Gut gebildet, in seiner Politik hinterhältig und argwöhnisch, doch zäh und energisch, ein typischer Vertreter des Cäsaropapismus, herrschte er zunächst über die Reichsdiözesen Ägypten, Oriens, Asien und Pontus, nach dem Tode Konstans` (350) und nach Überwindung des gallischen Usurpators Magnentius (353) über das ganze Reich, kämpfte viel, meist unglücklich, gegen die Perser (Kg. Schapur II), † 3.11.361 zu Mopskrene in Cilicien auf dem Marsch gegen den Empörer Julian, kurz zuvor vom arianischen Bischof Euzoïus von Antiochien getauft.

Dem Heidentum trat Konstantius in wiederholten Opferverboten scharf entgegen; aber verhängnisvoll war sein brutales Eingreifen zu Gunsten des Arianismus gegen Athanasius und gegen die nicänischen Lehre, das 360 zu vorübergehendem Triumph der Homöer führte.

Konstantius III., Flavius, weströmischer Kaiser 421, Mitregent des Honorius; Römer, aus Dacien gebürtig, tüchtiger Soldat und Heerführer, heiratete 417 Gall Placidia, Schwester des Westgoten-Königs Athaulf, wurde 8.2.421 Augustus, † 2.9.421 zu Ravenna. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. VI, 1934, Sp. 173

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