A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T Ü V W Z
Könige und Kaiser

Ferdinand I. – III. deutsche Kaiser

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Römisch-deutsche Kaiser mit Namen Ferdinand

Ferdinand I., * 10.3.1503 zu Alcalá, † 25.7.1564 zu Wien; jüngerer Bruder Karls V.; erhielt 1521 die österreichische Erblande, wurde 1527 nach dem Tode seines Schwagers Ludwigs II. König v. Böhmen und v. Ungarn, 1531 römischer König, 14.3.1558 deutscher Kaiser, als solcher von Paul IV. nicht, sondern erst von Pius IV. anerkannt. Glaubensspaltung, Ständemacht und Türkengefahr sind die Hauptprobleme seiner Regierung. Er drängte seinen Bruder zum Abschluss des Passauer Vertrags 1552 und vereinbarte mit den Reichsständen den Augsburger Religionsfrieden 1555; die geistlichen Fürstentümer suchte er durch den Geistlichen Vorbehalt zu retten, gab aber zugleich in geheimer Verbriefung den lutherischen Reichsständen die Zusicherung, daß lutherische Stände in geistlichen Territorien in der Ausübung ihres Bekenntnisses geschützt sein sollten (Ferdinandeische Deklaration). Nach der Wiedereröffnung des Konzils von Trient durch Pius IV. 1562 ließ er, bewogen durch die Lage in Deutschland, seinen Reformentwurf überreichen, in dem er u.a. den Laienkelch und die Aufhebung des Zölibates forderte. Persönlich war Ferdinand der Kirche treu ergeben; er tat alles, seinen Sohn Maximilian beim katholischen Bekenntnis zu erhalten. Seit Ferdinand hat kein deutscher König mehr in Rom sich zum Kaiser krönen lassen.

Ferdinand II., * 9.7.1578 zu Graz, † 15.2.1637 zu Wien; Sohn des Herzogs Karl v. Steiermark, Kärnten u. Krain und einer Schwester des bayerischen Herzogs Wilhelm V., Neffe Kaiser Maximilians II., besuchte mit seinem Vetter Maximilian von Bayern die Universität Ingolstadt, gewann hier unter dem Einfluss der Jesuiten eine entschiedene katholische Richtung. Nach seinem Regierungsantritt 1596 ließ er alle Protestanten aus seinen Herzogtümern ausweisen. 1617 König v. Böhmen, 1618 auch v. Ungarn, 1619 Erbe der ganze Monarchie. Während seiner Wahl zum Kaiser vor sich ging 28.8.1619, erhoben die böhmischen Rebellen Friedrich V. von der Pfalz zum Gegenkönig. Nach der Schlacht am Weißen Berg stellte Ferdinand aber die Herrschaft des Katholizismus in Böhmen, Mähren und Österreich wieder her. Im Restitutionsedikt 1629 forderte er alle seit dem Passauer Vertrag säkularisierten geistlichen Gebiete zurück, doch wurde die Ausführung dieses Edikts, das den Untergang der politischen Macht des deutschen Protestantismus bedeutet hätte, wegen der dabei erstrebten Stärkung der kaiserlichen Macht zum Teil auch von den katholischen Reichsständen mit Mißtrauen verfolgt und durch die Einmischung der Schweden und Franzosen verhindert. Kurz vor seinem Tode setzte er Dezember 1636 die Wahl seines Sohnes zum römischen König durch. Ferdinand war durch aufrichtige Frömmigkeit und feste katholische Grundsätze ausgezeichnet, doch zu wenig energisch und allzu freigebig in Austeilung von Ganden und Geschenken.

Ferdinand III., * 13.7.1608 zu Graz, † 2.4.1657; Sohn Ferdinands II. und der bayerischen Prinzessin Maria Anna, einer Schwester Maximilians I.; 1626 König v. Ungarn, 1627 auch v. Böhmen; übernahm nach dem Tode Wallensteins den Oberbefehl über das kaiserliche Heer, eroberte 1634 Regensburg und schlug die Schweden bei Nördlingen. Als Kaiser seit 1637 suchte er durch Sparsamkeit die Finanzen zu bessern und den Krieg durch Unterhandlungen mit den Schweden und Franzosen zu Ende zu bringen, was aber erst Oktober 1648 gelang. Da er sich weigerte, die böhmischen Rebellen in ihrem Besitz zu restituieren, wurde nicht das Jahr 1618, sondern 1624 als Normaljahr bestimmt. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. III, 1931, Sp. 1000 – Sp. 1001

Buch mit Kruzifix
Albornoz
Buch mit Kruzifix
Philipp I. – VI. Könige Frankreichs

Weitere Lexikon-Einträge

Buch mit Kruzifix

Reformationsrecht

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Reformationsrecht Reformationsrecht (jus reformandi) des Landesherrn heißt in der Geschichte der sogenannten Reformation das Recht, welches sich die Fürsten und Stände des deutschen Reiches beilegten, kraft ihrer Territorialhoheit in ihren Ländern die eigene Konfession…
Buch mit Kruzifix

Leander van Eß

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Leander van Eß Eß, Leander (ursprünglich Johann Heinrich) van, Vetter des Karl van Eß, OSB (seit 1790) zu Marienmünster b. Paderborn, * 15.2.1772 zu Warburg, † 13.10.1847 zu Affolterbach im Odenwald; 1796 Priester, nach…
Buch mit Kruzifix

Semiten

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Semiten Semiten, die große Familie der Völker, die nach Gn. 10, 22ff von Sem abstammen und ursprünglich dieselbe Sprache redeten wie die zu Sems Nachkommen zählenden Hebräer. Nach Gn. 11, 2 kamen sie aus…
Buch mit Kruzifix

Aristobul

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Aristobul Aristobul, Hasmonäer. 1) Aristobul I., ältester von den 5 Söhnen des Makkabäers Hyrkanus, mit seinem jüdischen Namen Judas, regierte 104- bis103. Tötete Mutter (?) und Brüder (Antigonus); war der erste Makkabäer, der den…
Buch mit Kruzifix

Valerian de Magnis

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Valerian de Magnis Magni (auch Magno), Valerian, OCap, bedeutender Apologet und Diplomat der Gegenreformation, philosophischer Schriftsteller, * 1668 zu Mailand, trat in Prag 1602 in den Orden ein, predigte in Böhmen und Österreich, wurde…

Weitere Lexikon-Beiträge

Buch mit Kruzifix

Kopten

Kirchenhistorie
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Kopten Kopten heißen seit der arabischen Herrschaft (639/40) die Angehörigen der monophysitischen Nationalkirche Ägyptens. I. Geschichte der Kopten I. Die Geschichte dieser Sonderkirche beginnt 451 mit der Auflehnung des Patriarchen Dioskur gegen seine Verurteilung durch das Konzil von Chalcedon. Ursächliche und fördernde Faktoren des monophysitischen Schismas in Ägypten waren…
Buch mit Kruzifix

Donatisten

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Donatisten Donatisten, nordafrikanisches Schisma des 4./5. Jahrhunderts, hervorgewachsen aus Gegensätzen, die sich aus dem novatianischen Kirchenbegriff (Kirche der Reinen) und dem cyprianischen Sakramentsbegriff (Gültigkeit der Taufe abhängig von der Würdigkeit des Spenders) sowie aus der durch die diokletianischen Verfolgung entstandenen Verwirrung ergaben. Die sachlichen Differenzen spitzten sich persönlich zu.…
Buch mit Kruzifix

Scheeben, Matthias Joseph

Biographie
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Scheeben, Matthias Joseph Scheeben, Matthias Joseph, der historisch und spekulativ begabteste, mystisch-innige Theologe der Neuscholastik, * 1.3.1835 zu Meckenheim bei Bonn, studierte 1852-59 als Alumnus des Germanikum an der gregorianischen Universität in Rom, wo italienische und deutsche Neuscholastiker die Führung hatten. 18.12.1858 zum Priester geweiht, 1859 Rektor und Religionslehrer…
Buch mit Kruzifix

Circumcellionen

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Circumcellionen Circumcellionen, 1) schwarmgeistige Rotten von Bauern im westlichen Afrika, namentlich Numidien, seit ca. 321 (bes. 340 – 50), wegen ihres Umherschweifens um die Hütten (circum cellas) von den Katholiken so bezeichnet (Augustinus, Contra Gaudent. I 28, 32); sie selbst nannten sich agonistici (=Kämpfer), Soldaten Christi, Heilige. Die Bewegung…
Buch mit Kruzifix

Ekthesis

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Ekthesis Ekthesis, Glaubenserklärung des Kaisers Heraklius vom Jahre 638, vom monotheletischen Patriarchen Sergius I. von Konstantinopel verfaßt. Sie behauptet einen Willen in Christus und verbietet, von einer oder zwei Energien zu sprechen, weil beide Ausdrücke sich häretisch deuten lassen. 2 Synoden zu Konstantinopel 638 und 639 bestätigten die Ekthesis,…
Buch mit Kruzifix

Arnold von Brescia

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Arnold von Brescia Arnold von Brescia, * wohl Ende des 11. Jahrhunderts, † 1155. Studierte in Paris bei Abaelard und wurde in Brescia Priester und Augustiner-Chorherr. Ein eigenwilliger, zum Extremen geneigter Kopf, strengster Aszese ergeben und von leidenschaftlichem Reformeifer beseelt, verwarf er, in die demokratischen Kämpfe seiner Vaterstadt hinein…
Consent Management Platform von Real Cookie Banner