Lexikon C

Calixtiner

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Calixtiner

Utraquisten (Calixtiner), Name der durch die Prager Kompaktaten 1437 kirchlich anerkannten gemäßigten Partei der Husiten Böhmens und Mährens, die den Laienkelch (calix) gebrauchten, die hl. Kommunion unter beiden Gestalten (sub utraque specie) empfingen. Ihre religiösen Führer waren Rokycana und Joh. von Pribram, ihr politisches Haupt König Georg v. Podebrad. Im Gegensatz zu den Calixtiner oder Utraquisten hießen die übrigen Katholiken Böhmens Subuniten (sub una specie) oder Unisten.

Die Calixtiner behaupteten ihr Privileg gegen die radikale Husiten-Partei (Taboriten, Böhmische Brüder) wie gegen Papst Pius II. (1462). Allmählich kehrten viele zum Brauch der röm.-kath. Kirche zurück; ein Teil schloss sich Luther an. Durch das Restitutions-Edikt 1629 wurde der Utraquismus völig beseitigt. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. II, 1931, Sp. 703

Gegen die Erteilung des Kelches an die Laien erging alsbald ein Verbot von Seite des erzbischöflichen Ordinariates, … Mit dem Utraquismus gestaltete es sich jetzt so, wie vordem mit dem Wiclifismus: je mehr dagegen eingeschritten wurde, desto mehr trat man von anderer Seite dafür ein, und alle Widerlegungen und Ermahnungen, Zensuren der geistlichen Behörde oder Drohungen des Königs gaben der Bewegung nur immer neue Nahrung. Mächtig gefördert wurde sie insbesondere auch durch Hus` späteres Benehmen. –
aus: Wetzer und Welte`s Kirchenlexikon, Bd. 6, 1889, Sp. 471

Die „Ultraquisten“ oder „Calixtiner“ sollten jetzt (Anm.: nach dem Husitenkrieg) mit dem Gebrauch des Kelches, der ihnen diese Namen gab, nicht mehr als Getrennte und als Gegner der Kirche gegenüberstehen, sondern als anerkannte Glieder ihr angehören, allerdings nach Aufgebung der übrigen Meinungen und Gebräuche, in welchen wenigstens eine sehr große Anzahl derselben auch sonst noch von der Lehre und Praxis der Kirche abgewichen war.

In dieser Beziehung traten jedoch sehr bald wieder ernstliche Schwierigkeiten hervor. … (ebd. Sp. 502)

Buch mit Kruzifix
Monophysiten
Buch mit Kruzifix
Altkatholiken

Weitere Lexikon-Einträge

Buch mit Kruzifix

bona fides

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: bona fides Bona fides (guter Glaube), a) in der Moral bedeutet eine an sich und ursächlich unverschuldete irrige Überzeugung von der Erlaubtheit eines objektiv sündhaften Verhaltens oder von der Rechtmäßigkeit eines objektiv unrechtmäßigen Besitzes.…
Buch mit Kruzifix

Hakeldama

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Hakeldama Hakeldama (= Blutacker Mt. 27,6 u. 8; Apg. 1,18f), das Töpferfeld, das von dem Judaslohn gekauft wurde. Biblische Angaben über die Lage fehlen. Seit dem 4. Jahrhundert sucht man es in der Nähe…
Buch mit Kruzifix

Seelenwanderung

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Seelenwanderung Seelenwanderung, auch Metempsychose (= Seelenwechsel) oder Reinkarnation (= Wiederverkörperung), ist der angebliche Übergang der aus den sterbenden Körper scheidenden Seele in einen neuen gleichartigen oder artverschiedenen Körper bis zur völligen Läuterung und sittlichen…
Buch mit Kruzifix

Donoso Cortes

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Donoso Cortes Donoso Cortes, Juan Francisco Maria, spanischer Staatsmann, wurde am 6. Mai 1809 im Dorf Valle de la Sarena geboren, wohin sich seine Eltern, Pedro Donoso Cortes und Donna Elena Canedo, von ihrem…
Buch mit Kruzifix

Crescentier

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Crescentier Crescentier, römisches Adelsgeschlecht, im 10. bis 11. Jahrhundert Herren der Engelsburg (Crescentiorum castrum: LP II 368), übten den römischen Patriziat und damit großen Einfluss auf das Papsttum aus. Crescentius I. (C., auch Censius…
Consent Management Platform von Real Cookie Banner