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Boleslau

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Boleslau

Boleslau, Herzöge v. Böhmen:

Boleslau I., 929-967, Bruder des hl. Wenzel, als Führer der heidnischen Adelspartei an dessen Ermordung beteiligt. Ursprünglich christenfeindlich, förderte er später das Christentum, ließ die Prager Kirche St. Veit durch Bischof Michael v. Regensburg weihen. 950 zwang ihn Otto I., die Oberhoheit des deutschen Reiches anzuerkennen. Boleslau eroberte Teile Mährens und Schlesiens. Sein Sohn Strachquas und seine Tochter Mlada traten in den Benediktiner-Orden ein, ersterer zu St. Emmeram in Regensburg.

Boleslau II., Sohn des vorigen, regierte 967 bis 999, gründete zahlreiche Kirchen und Klöster (z.B. Břewnow u. St. Georg auf der Prager Burg) sowie um 973 das Bistum Prag. Im übrigen ein launischer, schwacher Herrscher, befleckt durch den Mord an den Verwandten des hl. Adalbert.

Boleslau III. Ryšavý (der Rothaarige), 999 bis 1003, ältester Sohn des vorigen, verlor die Eroberungen des Großvaters an Polen und starb in polnischer Gefangenschaft.

Boleslau, Könige v. Polen:

Boleslau I. Chrobry (der Kühne), 992 Herzog, 1024 König, † 17.6.1025; suchte in zahlreichen Kriegen mit Deutschland (Heinrich II.; Frieden v. Bautzen 30.1.1018), Böhmen, Mähren, Pommern und Rußland ein großes Slawenreich zu gründen, half das Christentum verbreiten durch Gründung der Bistümer Gnesen und Kolberg und vieler Klöster sowie durch Unterstützung von Glaubens-Missionaren (u.a. Adalbert v. Prag, Bruno v. Querfurt) und förderte die Kultur des Landes.

Boleslau II. Smialy (der Dreiste), 1058-1080; † 1081; ehrgeizig, sittenlos und grausam, führte viele Eroberungskrige, setzte sich 1076 selbst die Königskrone auf, Mörder des hl. Stanislaus, Bischofs v. Krakau; starb in der Verbannung in Kärnten.

Boleslau III. Krzywousty (Schiefmaul), 1102-1139; führte mehrere Kriege gegen Kaiser Heinrich V. (1109) und gegen die Pommern, zu deren Christianisierung er Otto v. Bamberg und Adalbert berief. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. II, 1931, Sp. 429

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