Lexikon D

Dechamps, Victor Auguste

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Dechamps

 

Dechamps, Victor Auguste, CSSR, Kardinal (1875), Bruder von Adolphe Dechamps, * 6.12.1810 zu Melle bei Gent, † 29.9.1883 zu Mecheln, 1834 Priester, 1835 Redemptorist zu St-Trond, bekleidete die bedeutendsten Ämter im Orden. Für ihn mehrmals zu Rom tätig, eifriger Volksmissionar, einer der ersten Kanzelredner seiner Zeit (Bekehrung des französischen Generals de Lamoricière), 1844 neben Hauptmann Belletable stark beteiligt an der Gründung der Erzbruderschaft von der Hl. Familie zu Lüttich, 1851 Religionslehrer der 3 Kinder Leopolds I. von Belgien nach Tode der Königin Luise Maria von Orleans († 1850), der er eine berühmt gewordene Leichenrede hielt.

Er schlug 1852 das Bistum Lüttich, 1865 das Löwener Hochschul-Rektorat aus; 1865 Bischof von Namur, 1867 Erzbischof von Mecheln und Primas von Belgien. Unermüdlich für die Hebung des katholischen Lebens und die Verteidigung der kirchlichen Rechte tätig; benützte seine guten Beziehungen zu Leopold II., um mäßigend auf die politische Haltung des Königs einzuwirken, unterstützte im preußischen Kulturkampf die gemaßregelten Bischöfe durch Trostschreiben und richtete einen freimütigen Brief an den deutschen Kaiser Wilhelm I.

Als Schriftsteller tüchtiger Apologet von eigener Prägung, aber kein Vorläufer der positiven methodischen Immanenz, in den Werken: Le libre examen de la vérité de la foi; Entritiens sur la démonstration cath. De la Révélation chrét. (Tounai 1857; dtsch. v. J.B. Heinrich: „Die Wahrheit und Vernünftigkeit des Glaubens“, Mainz 1857), Le Christ et les Antéchrists (ebd. 1858; dtsch. v. J.B. Heinrich, Mainz 1859), La question religieuse résolue par les faits (Tournai 1860). Lettres théologiques sur la démonstration de la foi (ebd. 1861), Appel et défi (Brussel 1865; deutsch Aachen 1867).

Auf dem Vatikanum einer der entschiedensten und geschicktesten Vertreter der päpstlichen Unfehlbarkeit, Mitglied der Deputatio de fide und der Congregatio für die Prüfung der postulata, glänzender Sprecher: L`infallibilité et le concile général (Paris-Mecheln 1869; dtsch Mainz 1869), De l`opportunité de la définition dogmat. de l`infaill. du S. Siége en matière de foi (ebd. 1869), Quatre lettres au R.P. Gratry (1-3 dtsch Mainz 1870, Deux réponses á Msgr. Dupanloup (die erste dtsch. Luxemb. 1870; franz. alles Paris 1870, dtsch Trier 1870).

Unbeugsamer Gegner der weltlichen Staatsschulen, des Liberalismus und der Freimaurerei: Le nouveau projet de loi sur l`enseignement primaire (Paris-Mecheln o.J. (1879)), Le libéralisme (ebd. o.J. (1877); dtsch v. G. Hilpisch, 1878). Les catholiques libéraux (ebd o.J. (1878), … –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. III, 1931, Sp. 172 – Sp. 173

Weitere Informationen siehe bei Wikipedia (engl.) unter dem Stichwort Victor-Auguste-Isidor Dechamps

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