Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Pfingstfest bei den Juden Bei den Juden das 2. der 3 großen Wallfahrtsfeste, am 50. Tag oder 7 Wochen nach dem Passah-Fest (Lv. 23, 15f.; Dt. 16, 9), daher auch „Fest der Wochen“ genannt (Ex. 34, 22; Dt. 16, 10; 2. Chr. 8, 13; 2. Makk. 12, 31). An das Passah-Fest, das die Ernte eröffnete, lehnte sich das Pfingstfest an als Erntedankfest. Von der neuen Weizenernte wurden 2 gesäuerte Erstlingsbrote geopfert; daher hieß das Pfingstfest auch „Fest der Erstlinge“ (Lv. 23, 17; Nm. 28, 26) Es war somit ursprünglich ein „Erntedankfest“ (Ex. 23,…
Judentum
Tempelweihe
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Tempelweihe oder Chanukka Tempelweihe oder Chanukka (=Einweihung, vgl. Nehemias. 12, 27), das 8-tägige Fest der Tempelweihe, beginnend am 25. Kislev (Dez.), eingesetzt nach dem Sieg über die Syrer 165 zum Andenken an die Reinigung und Neueinweihung des Tempels und an die Weihe des neu errichteten Brandopferaltars (1. Makk. 4, 54ff; 2. Makk. 10, 6ff; Josephus , Antiqu. 12, 7,7, im NT Joh. 10, 22). Es wurde wohl mit Illumination gefeiert zur Erinnerung an die Wiederanzündung des hl. Leuchters, daher bei Josephus a.a.O. (…), von ihm damit begründet, dass die freie Religionsübung gegen alles…
Feste der Juden in der Neuzeit
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Feste bei den Juden: II. Feste der Juden in der Neuzeit Ein Klassenzimmer der ersten Klasse in Tel Aviv im Jahr 1973 mit Schautafeln zu den Feiertagen; die Schautafel zu Lag BaOmer zeigt, Bar-Kochba auf der linken Seite. Nach der Zerstreuung gestaltet sich der Festkalender der heutigen Juden folgendermaßen: Pesach v. 15.-22. Nisan; Feiertage sind der 15. u. 16. , der 21. u. 22; die 4 Zwischentage sind Halbfeiertage. Schabuoth am 6. u. 7. Siwan. Rosch ha-schana (Neujahr) am 1. u. 2. Tischri. Jom kippur (Versöhnungsfest) am 10. Tischri. Sikkoth vom 15. bis…
Feste der Juden im Altertum
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Feste bei den Juden: I. Feste der Juden im Altertum Außer dem Sabbat, dem Festabschluss einer jeden Woche, und den Neumonden, den Festen zu Beginn eines jeden Monats, ordnete das mosaische Gesetz zunächst noch drei jährliche Hauptfeste an, während welcher alle männlichen Israeliten beim Heiligtum zu erscheinen hatten: das Paschahfest, das Pfingstfest und das Laubhüttenfest (Ex. 23, 17; Deut. 16, 16f). Diese Feste tragen den gemeinsamen Namen (sich im Kreise drehen, tanzen), als Tage religiöser Erhebung und Freude und (von bestimmen, festsetzen), als Tage gottesdienstlicher Zusammenkünfte des Volkes beim Heiligtum. Letztere waren zugleich…
Laubhüttenfest
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Laubhüttenfest oder Sukkot Dirk Jansz van Santen: Jüdisches Laubhüttenfest, Bibelillustration (1682) Laubhüttenfest, so genannt nach seiner geschichtlichen Beziehung (Lv. 23, 34; Dt. 16, 13; Makk. 1, 18; Joh. 7, 2 u. Josephus), nach seiner landwirtschaftlichen Bedeutung „Fest der Einsammlung“ (Ex. 23, 16; 34, 22), das letzte der 3 jüdischen Haupt-Feste, gefeiert am Zentralheiligtum 15. – 21. des 7. Monats (Tischri), also im Herbst, zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche (Josephus, Antiqu. 3, 10, 4), nach beendeter Obst-, Öl- und Weinernte. Es will an das Wohnen der Israeliten in Hütten während des Zuges durch…
Bar-Kochba
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Bar-Kochba Bar-Kochba, das bekannte Haupt eines jüdischen Aufstandes unter dem römischen Kaiser Hadrian. Nachdem die Versuche der Juden, für die Zerstörung ihres Tempels und ihrer Selbständigkeit Rache zu nehmen, unter Trajan blutig zurückgewiesen waren, glaubten sie unter dem wohlwollenden und in Selbsttäuschung befangenen Hadrian die günstige Gelegenheit gefunden zu haben, um ihre bürgerliche und religiöse Selbständigkeit wieder zu gewinnen. Anführer des jüdischen Aufstandes gegen die Römer Während der arglose Kaiser noch an der Wiederherstellung Jerusalems arbeitete, ward die Fahne des Aufruhrs um 132 n. Chr. in den klüftereichen Bergen Judäas erhoben, wo die…
Nehemias
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Nehemias Nehemias, im A.T. 1. eines von den Familienhäuptern, welche mit Zorobabel und Josue aus der Gefangenschaft in Babylonien nach Jerusalem zogen (2.Esdr. 7, 7). – 2. der Sohn Azbocs, ein angesehener Mann aus Bethsur, der sich beim Wiederaufbau der Mauer von Jerusalem hervortat (2. Esdr. 3, 16). – 3. der Sohn des Helchias, der angesehenste Jude in nachexilischer Zeit, über den lediglich das nach ihm benannte Buch der heiligen Schrift Auskunft gibt. Nehemias, Sohn des Helchias Er bekleidete am Hof des persischen Königs Artaxerxes II. Mnemon das hohe Amt eines Mundschenks und…
Jerusalem
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Jerusalem Maßstabsgetreues Modell von Jerusalem zur Zeit des Zweiten Tempels. Jerusalem, die bekannte Hauptstadt des jüdischen Königreiches. Die so benannte Stadt lag an der Stelle, welche nach der ganzen Gebirgsbildung Palästinas als das Herz und der Mittelpunkt dieses Landes betrachtet werden kann. Genau westlich von der Jordanmündung, auf der Wasserscheide zwischen dem Toten und dem mittelländischen Meer, entsendet das Gebirge Ephraim einen von Norden nach Süden gerichteten zungenförmigen Vorsprung, der von zwei fast rings herumlaufenden und an der Südspitze sich vereinigenden Tälern umschlossen ist und nur im Nordwesten mit der Hochfläche von Judäa…
Jüdische Philosophie
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Jüdische Philosophie Das Judentum besitzt aus sich heraus keine Philosophie, sondern nur als Umbildung von philosophischen Einwirkungen des es umgebenden Kulturen. 1. Aus dem Hellenismus erstand dem Judentum die alexandrinische Philosophie in Philo, dessen Logos- und Geistlehre sowohl die griechischen Kirchenväter als auch den Neuplatonismus beeinflusste, aber im Judentum wegen seiner Emanationslehre keine Aufnahme fand. 2. Aus dem Islam erwuchsen dem Judentum in Parallelbildung zum Vorbild innerislamischer Schulen 4 Typen: a) Die spekulativ-theologische Form nach Art des Kālām weist wie dieser (Arabisch-islamische Philosophie) auf das Christentum (Johannes v. Damaskus, syrisch-nestorianische und monophysitische, später…
Israelitische Religion
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Israelitische Religion Durch seine Religion ist Israel zum Erzieher und Wohltäter der Menschheit geworden (Siehe: Judentum und Christentum). Sie ist nach Inhalt und Entwicklung etwas Einzigartiges in der antiken und orientalischen Welt. 1) Gotteslehre Charakteristisch gegenüber den andern altorientalischen Religionen ist der strenge Monotheismus. Zunächst noch mehr naiv-praktisch und so dem Volk auch immer als verpflichtend vorgestellt (Alleinverehrung Jahves: Ex 20, 2f; Dt. 6, 4f.; Os 13, 4; 12, 10), im Laufe der Entwicklung aber, besonders durch die Propheten, immer mehr metaphysisch unterbaut und ausgebaut zum absoluten sittlich Monotheismus (vgl. Is. 43, 11;…
