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Medici

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Medici

Medici, bürgerliches florentinisches Geschlecht, das durch Geldgeschäfte, besonders als Bankiers der Kurie, reich geworden, seit der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts bis zu seinem Erlöschen in der Hauptlinie (1737) mit kurzen Unterbrechungen die Herrschaft von Florenz inne hatte, zuerst unter Weiterbestehen der republikanischen Staatsform, dann als Herzogtum seit Karl V. und seit 1569 als Großherzogtum. Die bedeutende politische Wirkung der Familie auf die italienische und europäische Geschichte, auf Papsttum und Kirche wird noch übertroffen durch die großartige Förderung von Kunst und Wissenschaft, die Florenz für 2 Jahrhunderte zum Mittelpunkt der gebildeten Welt erhob. Von den bedeutenden Medici sind hier außer den Päpsten Leo X. (Giovanni), Klemens VII. (Giulio) und Leo XI. (Alessandro Ottaviano) zu nennen:

1) Cosimo der Alte, * 27.9.1389 zu Florenz, † ebd. 1.8.1464; seit 1434 ohne Amt und Titel der tatsächliche Herr der Stadt. Leutselig und schlicht, tatkräftig und glücklich in der äußeren und inneren Politik, förderte er mit seinem ungeheuren Reichtum Künste und Wissenschaften, berief die ersten Künstler und Humanisten nach Florenz, das er durch Gründung der Platonischen Akademie und der an Handschriften überaus reichen Bibliotheca Laurenziana (1444) zum gefeierten Musensitz machte. –

2) Cosimo I., 1537-74 Herzog bzw. (seit 1569) durch Pius V.) Großherzog von Toskana. –

3) Ippolito, 1529 Kardinal, starb 1535 im Alter von 24 Jahren. –

4) Ferdinando, 1565 Kardinal, resignierte 1588, um als Ferdinand I. die Regierung von Toskana zu übernehmen. –

5) Giovanni, 1560-62 Kardinal. –

6) Lorenzo, genannt il Magnifico, Enkel von 1), Vater Leos X., * 1.1.1448 zu Florenz, † 8.4.1492 ebd.; in jeder Beziehung ein klassischer Vertreter der Renaissance, seit 1469 Herr der Republik, entging der Verschwörung der Pazzi (1478), in deren Folge er sich mit Papst Sixtus IV. entzweite und exkommuniziert wurde. Die Intervention Frankreichs und die Eroberung Otrantos durch die Türken brachten die bereits ausgebrochenen Feindseligkeiten zum Stillstand; 3.12.1480 erfolgte die Aussöhnung. Selbst Gelehrter, Dichter und namhafter Redner, war Lorenzo ein äußerst freigebiger Verehrer von Wissenschaft, Poesie und bildender Kunst; er dotierte reich die nach ihm benannte Laurenziana. Gegen das Leben an seinem Hof eiferten Savonarolas bekannte Predigten. Ges.-Ausgabe seiner Werke v. G. Molini (4 Bde, Flor. 1825); Briefe hrsg. v. A. Cappelli (Modena 1863)

7) Katharina, Königin von Frankreich, * 13.4.1519 zu Florenz, 589 zu Blois; aus politischen Rücksichten schon 1533 mit dem späteren König Heinrich II. vermählt, brachte nach Heinrichs Tod (1559) während der Minderjährigkeit Karls IX. die Regierung ganz in ihre Hand und führte sie mit machiavellistischen Mitteln. Nachdem sie zuerst die Hugenotten begünstigt hatte, stiftete sie, um den Einfluss Colignys auf den jungen König zu brechen, das Blutbad der Bartholomäusnacht (23./24.8.1572) an. Erfolg blieb ihr versagt, wie auch später, als sie unter ihrem 3. Sohn Heinrich III. (1574 – 89) ihre charakterlose Schaukelpolitik fortsetzte und sich mit den Guisen verfeindete. – Ihre Briefe hrsg. v. H. de la Ferrière und Baguenault de Puchesse (10 Bde, Paris 1880/1909)

8) Maria, Königin von Frankreich, * 26.4.1573 zu Florenz, † 3.7.1642 zu Köln; 1600 mit König Heinrich IV. Von Frankreich in unglücklicher Ehe vermählt, führte nach dessen Ermordung (1610), ohne den Aufgaben gewachsen zu sein, mit Hilfe von Günstlingen für ihren Sohn Ludwig XIII. die vormundschaftliche Regierung bis 1614. Sie bestätigte das Edikt von Nantes; trotzdem nahmen die innerenWirren zu. 1617 vom Hof verwiesen, kehrte sie 1621 zurück, um bald wieder durch Richelieu allen Einfluss zu verlieren. 1631 musste sie nach Brüssel flüchten. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. VII, 1935, Sp. 41- Sp. 42

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