Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Saturninus

Saturnil, Gnostiker, von den lateinischen Kirchenvätern Saturninus genannt, ging aus der Schule Menander`s hervor und lebte unter Kaiser Hadrian zu Antiochien in Syrien, ist aber sonst nach seinen Lebensverhältnissen nicht bekannt. Irenäus (Adv. Haer. 1, 24, 1-2) stellt seine Lehre in folgenden Sätzen dar: Es gibt einen allen Wesen unbekannten Vater, welcher die Engel, Erzengel, Kräfte und Mächte erschaffen hat. Sieben Engel haben sodann die Welt und Alles in ihr erschaffen, insbesondere auch den Menschen. Da nämlich von oben von der höchsten Gewalt ein glänzendes Bild erschien und sogleich wieder nach oben zurück kehrte, so daß sie es nicht behalten konnten, sprachen die Engel sich gegenseitig Mut ein mit den Worten: „Laßt uns den Menschen machen nach dem Bilde und der Ähnlichkeit.“ Weil aber wegen der Schwäche der Engel ihr Gebilde sich nicht erheben konnte, sondern wie ein Wurm sich krümmte, erbarmte die obere Kraft sich seiner, indem es ja nach ihrer Ähnlichkeit erschaffen worden, und sandte einen Lebensfunken aus, welcher den Menschen aufrichtete und ihm Leben gab, und welcher nach dem Tode zu dem zurück kehren soll. Was desselben Wesens ist, während die übrigen Bestandteile des Menschen sich auflösen. Der Erlöser ist ungezeugt, ohne Körper und ohne Gestalt, scheinbar aber Mensch geworden. Der Gott der Juden ist einer von den Engeln, und weil die Weltherrscher (Engel) den Vater stürzen wollten, kam Christus zur Vernichtung des Judengottes und zum Heil der an ihn (Christus) Glaubenden; diese aber sind diejenigen, welche den Lebensfunken haben. Zwei Geschlechter von Menschen nämlich, so war die erste Lehre Christi, sind von den Engeln geschaffen worden. Ein böses und ein gutes, und weil die Dämonen die Bösen unterstützen, kam der Erlöser zur Zerstörung der bösen Menschen sowie der Dämonen und zum Heil der guten. Heiraten und Kinderzeugen hat nach Saturninus (Saturnil) der Teufel gelehrt. Viele Anhänger der Sekte enthielten sich auch, nach Irenäus` Bericht, des Fleisches der Tiere und verführten durch diese vermeintliche Enthaltsamkeit zahlreiche Leute. Die Prophetien sollen teils von den Engeln, welche die Welt bildeten, teils vom Satan herrühren, der auch als Engel galt, aber zu den Welt bildenden Engeln und hauptsächlich zum Judengott in einem feindlichen Verhältnis gedacht wurde. – Derselbe Bericht wie bei Irenäus steht wörtlich in den Philosophumenen (7, 28), mit einigen Zusätzen und Erklärungen bei Epiphanius (Haer. 23, 1-2), etwas abgekürzt bei Pseudo-Tertullian (Catalog. Haer. 3), Philastrius (De haer. 31), Theodoret (Haer. Fab. 1, 3). Das System Saturnils nimmt in der Entwicklung der Gnosis eine bedeutsame Stellung ein, indem es zuerst in bestimmter Gestalt die Grundsätze des Gnostizismus wiedergibt: Dualismus, Doketismus, Verdammung der Ehe. (Vgl. Hilgenfeld, Ketzergesch. d. Urchristentums, Leipz. 1884, 190-195) –
aus: Wetze und Welter`s Kirchenlexikon, Bd. 4, 1886, Sp. 1728 – Sp. 1729

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Emanation
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Menander

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Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Jesuitenmoral Jesuitenmoral, ein hauptsächlich durch den Jansenismus eingeführtes Schlagwort. Um die Sittenlehre und Praxis des Ordens verächtlich zu machen, schrieben Ant. Arnauld sein Théologie morale des Jésuites (Paris 1643, anonym), sein Freund Pascal die Lettres à un provincial (Ges.-Ausg. Köln 1657), De Pontchateau im Verein mit Arnauld die Morale…
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Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Diokletian römischer Kaiser und Christenverfolger Diokletian, Cajus Aurelius Valerius, römischer Kaiser, * bei Saloma (Dalmatien), arbeitete sich im Militärdienst zum Comes domesticorum empor, 17.9.284 zu Chalcedon von den Offizieren zum Kaiser ausgerufen. Schon 1.4.286 nahm er Maximianus Herkuleus zum Mitregenten an; beide erhoben 293 Konstantius Chlorus und Galerius zu…
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