A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T Ü V W Z

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Erthal

Erthal, 1) Franz Ludwig Frh. v., * 16.9.1730 zu Lohr a. M., † 14.2.1795 zu Würzburg; studierte Theologie zu Mainz, Würzburg und Rom, Rechtswissenschaft zu Wien; 1763 Präsident der weltlichen Regierung des Hochstifts Würzburg, 1767 kaiserlicher Geheimrat, 1776 Reichstags-Kommissar in Regensburg, 1779 Fürstbischof v. Würzburg und Bamberg. Aufgeschlossen gegenüber den Bestrebungen der Aufklärungszeit, ohne jedoch den kirchlichen Grundsätzen etwas zu vergeben und den geistlichen Charakter seines Hochstiftes zu mißachten, leistete er als Fürst und Bischof Großes, so daß seine Regierung im Blickpunkt des geistigen Deutschlands stand. Selbst tief religiös und von aszetischer Strenge, war er unter großen persönlichen Opfern unermüdlich bestrebt, auch Klerus und Volk in diesem Geist zu erziehen. Ebenso eifrig förderte er die übrigen kulturellen und wirtschaftlichen Interessen seines Landes. Das gesamte Bildungswesen, die Armen- und Krankenpflege, das Finanzwesen wurden von ihm reorganisiert, eine bedeutsame Handelspolitik neu eingeleitet. Treu dem Kaiser und Papst (Gegner des Fürstenbundes und der Emser Punktation), starb er, tief betrauert von der Mitwelt, heute noch unvergessen in Franken.

Erthal, 2) Sein Bruder Friedrich Karl Joseph, Frh. v., * 3.1.1719 zu Mainz, † 25.7.1802 zu Aschaffenburg; ausgebildet zu Reims, seit 1753 Mitglied des Mainzer Domkapitels, 1758 Präsident des Hofrats, 1769 kurmainz. Minister und Fürstbischof v. Worms erwählt, 14.5.1775 konsekriert. Ein Freund der kirchlichen Aufklärung, führte er eine umfassende Restauration der Mainzer Universität durch, die besonders wegen der Berufung protestantischer Dozenten Widerspruch fand. Die von seinem Vorgänger Emm. Jos. v. Breidbach eingeleitete Reform des niederen (Volks-) Schulwesens nahm unter ihm keinen Fortschritt. Seine Teilnahme an den Emser Verhandlungen (Punktationen) entsprach der in Mainz geübten Verwaltungspraxis. Er war mit seinem Koadjutor Karl Theodor Dalberg Teilnehmer am Fürstenbund Friedrichs II. von Preußen (1785). Seit Ausbruch des Französischen Revolution gewissermaßen verbannt, verlor er durch den Krieg den Besitz und durch das Konkordat v. 1801 die Jurisdiktion über das linke Rheinufer seines Erzbistums. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. III, 1931, Sp. 774

Buch mit Kruzifix
Herz Mariä
Buch mit Kruzifix
Illuminaten

Weitere Lexikon-Einträge

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Apollinaris der Jüngere Apollinaris der Jüngere, Sohn des Apollinaris des Älteren, * um 310 zu Laodicea, hier später Lektor und schließlich Bischof. Ein Mann von außerordentlicher Gelehrsamkeit und tadellosen Sitten, von Heiden und Christen…
Buch mit Kruzifix

Gratian

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Gratian Gratian, weströmischer Kaiser 375-83, * 18.4. (oder 23.5.) 359 zu Sirmium; 24.8.367 zu Amiens zum Augustus ausgerufen, von Ausonius nach dem Tode seines Vaters Valentinian I. erzogen, 375 Regent über den Westen des…
Buch mit Kruzifix

Jakobiten

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Jakobiten Jakobiten, 1) Monophysiten Syriens, Mesopotamiens und Babyloniens, gegenüber den Monophysiten Ägyptens und Abessiniens (Kopten) und Armeniens; im weiteren Sinne Monophysiten überhaupt. – Die syrischen Jakobiten (Suriani) bekamen, nachdem bereits unter Severus von Antiochien…
Buch mit Kruzifix

Renan

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Renan Renan, Ernest, Orientalist und Religionshistoriker, * 27.2.1823 zu Tréguier in der Bretagne (dort Denkmal), † 2.10.1892 zu Paris (Grab im Pantheon). Durch das Studium Hegels und rationalistischer deutscher Theologen um seinen Glauben gebracht,…
Buch mit Kruzifix

Sadduzäer

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Sadduzäer Sadduzäer, nach den Pharisäern die wichtigste jüdische Partei zur Zeit Jesu. Ihr Ursprung und Wesen sind nicht völlig geklärt. Gewöhnlich wird der Name Sadduzäer vom Hohenpriester Sadok (2. SM. 8,17) hergeleitet, dessen Geschlecht,…

Weitere Lexikon-Beiträge

Buch mit Kruzifix

Sozinianismus

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Sozinianismus I. Der Begründer des Sekte des Sozinianismus ist Faustus Sozinus (Fausto Sozzini), * 1539 zu Siena, † 3.3.1604 zu Luclawice bei Krakau (hier Denkmal). Er studierte die Rechte, wandte sich aber bald unter dem Einfluß seines Oheims Lälius ausschließlich der Theologie zu. Als Lälius 1562 starb, erbte Faustus…
Buch mit Kruzifix

Abendmahlsstreit

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Abendmahlsstreit Abendmahlsstreit, betraf die Art und Weise der Gegenwart und Vergegenwärtigung des Leibes und Blutes Christi in der Eucharistie. I. Erster Abendmahlsstreit. Bei dem im 9. Jahrhundert entstandenen sog. 1. Abendmahlsstreit zwischen Paschasius Radbertus einerseits und Rathramnus, Hrabanus Maurus sowie dem anonymen Verfasser des Traktats Cuiusdam sapientis (Migne PL…
Buch mit Kruzifix

Bogumilen

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Bogumilen Bogumilen (= „Gottesfreunde“), neu-manichäische Sekte, in griechischen Quellen auch Phundagiagiten oder Phundagiaten (Name ungeklärt) genannt und mit den Messalianern, Euchiten und Batenern gleich gesetzt. Anderseits scheinen die Lehren der ober-italienischen Patarener, der süd-französischen Albigenser, der makedonischen Babunier mit der bogumilischen Irrlehre nicht nur zufällig stark überein zu stimmen,…
Buch mit Kruzifix

Michael von Cesena

Orden und Ordensleute
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Michael von Cesena Michael von Cesena, OMin, * zu Cesena, † 29.11.1342 zu München; studierte zu Paris, wurde Magister theol., 1316 Ordensgeneral. Gab 1316 und 1325 dem Orden neue Generalstatuten und rottete im Einvernehmen mit Johannes XXII. die südfranzösischen Spiritualen aus. Im Armutsstreit jedoch erklärte er mit dem Generalkapitel…
Buch mit Kruzifix

Enzyklopädisten

Freigeist
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Enzyklopädisten Enzyklopädisten, die Herausgeber (Diderot und d´Alembert) und Mitarbeiter (Rousseau, der jedoch seit 1757 als Gegner der materialistischen Tendenz der Enzyklopädisten auftrat, Voltaire, Baron v. Holstein, Turgot, Grimm Duclos, Marmontel, de Jaucourt, Boulanger u.a.) der Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers (Paris 1751/72, 28…
Buch mit Kruzifix

Fideismus

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Fideismus Fideismus, auch Symbolofideismus, nannte sich die Anschauung der Professoren der 1877 gegründeten Pariser protestantischen theologischen Fakultät Louis Aug. Sabatier und Eugène Ménégoz (1838-1921) über das Verhältnis von Glaube und Dogma. Um die Religion dem modernen Menschen wieder nahe zu bringen und die Kluft zwischen der reformierten Orthodoxie und…
Consent Management Platform von Real Cookie Banner