A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T Ü V W Z

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Buße

Buße (mhd. Buosse, von baß=gut; poenitentia). Begriff. Buße ist zunächst eine Tugend, bestehend in Abscheu und Schmerz über die begangenen Sünden mit der Absicht, sie zu beseitigen. Der vorzüglichste Akt dieser Tugend ist die Reue, die sich nach außen kund gibt besonders durch Bekenntnis und Genugtuung. Im Alten Bund verschiedentlich vorgebildet, sicher aber als Tugend gefordert, wird die Buße im Neuen Bund auch Sakrament, dessen Teile die Reue (mit Vorsatz), Beichte, Genugtuung und Lossprechung bilden.

Buße als Tugend und als Sakrament sind also im Gnadengesetz des Neuen Bundes so miteinander verbunden, dass die Tugend der Buße nur in der Verbindung mit dem Sakrament rechtfertigt (selbst der höchste Akt der Tugend der Buße, die vollkommene Reue, rechtfertigt nur in Verbindung mit dem Verlangen nach dem Sakrament), und andererseits das Sakrament ohne bestimmte Bußakte nicht zustande kommt.

Objekt der Tugend der Buße ist die Sünde, insofern sie durch die Gnade Gottes unter Mitwirkung des Sünders tilg- und sühnbar ist, nicht als ob die sündige Tat ungeschehen gemacht werden könnte, sondern der Wille wendet sich mit Schmerz und Abscheu von der Sünde weg und bringt Reue und Genugtuung zur Erlangung der Vergebung der Sündenschuld und zur Sühne für die böse Tat dar. Zunächst auf die Vergangenheit gerichtet, ist die Buße Abscheu und Reueschmerz; dieser bestimmt ursächlich den Vorsatz der Lebensverbesserung. Mit Recht verwarf das Tridentinum die schriftwidrige Ansicht Luthers, die beste Buße bestehe lediglich in der Lebensbesserung. Ohne Reue kann die Sünde in einem sittlichen Akt nicht verlassen werden.

Zweite Buße, vielfach (z.B. Klemens von Alexandrien, Strom. II 13) Bezeichnung der Buße der Gläubigen für die nach der Taufe begangenen schweren Sünden, im Gegensatz zu der ersten, d. h. der auf den Empfang der Taufe vorbereitenden Buße. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. II, 1931, Sp. 661 – Sp. 662

Siehe auch den Beitrag:

Tags: Sakrament
Buch mit Kruzifix
Abtreibung
Buch mit Kruzifix
Waldenser

Weitere Lexikon-Einträge

Buch mit Kruzifix

Arkadius

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Arkadius Arkadius, hl. Märtyrer zu Cäsarea in Mauretanien (Cherchel) in der diokletianischen Verfolgung. Die älteste Bezeugung über ihn besitzen wir in einer Rede des hl. Zeno von Verona (Migne PL XI 450/54) und in…
Buch mit Kruzifix

Placet

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Placet Placet (Placetum oder Placitum regium, Exsequatur, Pareatis), das vom Landesherrn beanspruchte Recht, Erlasse kirchlicher Behörden daraufhin zu prüfen, ob vom Staatswohl aus ihrer Veröffentlichung nichts im Wege steht. Gegenüber päpstlichen Erlassen wurde es…
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Philipp von Hessen Philipp „der Großmütige“, 1509 bis 1567 Landgraf von Hessen, * 13.11.1504 zu Marburg, † 31.3.1567 zu Kassel; 1518 für mündig erklärt, 1524 mit Christine, Tochter des streng katholischen Herzogs Georg v.…
Buch mit Kruzifix

Tanz

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Tanz Tanz. Nicht das religiöse Erleben als solches, sondern das Bedürfnis, seelische Spannungen jeder Art durch rhythmische Körperbewegung in die Sinnenwelt zu übersetzen, regte zum Tanz, mithin zur Entfaltung der dem Menschen nächstliegenden Kunst,…
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Römisch-deutsche Kaiser mit Namen Ferdinand Ferdinand I., * 10.3.1503 zu Alcalá, † 25.7.1564 zu Wien; jüngerer Bruder Karls V.; erhielt 1521 die österreichische Erblande, wurde 1527 nach dem Tode seines Schwagers Ludwigs II. König…

Weitere Lexikon-Beiträge

Buch mit Kruzifix

Ketzertaufe

Kirchenhistorie
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Ketzertaufe Ketzertaufe. Soweit die historischen Zeugnisse zurückreichen, stellte man sich in der alten Kirche zur außerkirchlichen Taufe verschieden. Im Morgenland erklärten sich um 230 bis 240 die Synoden von Ikonium und Symnada (vgl. auch Can. apost. 46 u. 47) gegen die Gültigkeit jeder Art von außerkirchlicher Taufe. Aus nicht…
Buch mit Kruzifix

Genugtuung

Bußsakrament
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Genugtuung Genugtuung, menschliche. Im allgemeinen ist Genugtuung ein Teil der Tugend der Buße und bedeutet Wiedergutmachung eines einem anderen zugefügten Unrechtes (Catechismus Rom. II 5, 62), sei es am Eigentum (sachlich), sei es an der Ehre (persönlich). Gott gegenüber ist sie Wiedergutmachung des ihm durch die Sünde zugefügten Unrechtes.…
Consent Management Platform von Real Cookie Banner