Arius

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Arius

Arius, * ca. 280, aus Libyen, Schüler alexandrinischer und antiochenischer Weisheit (Lucian von Samosata), schon als Laie in das meletianische Schisma (Meletius von Lykopolis) verwickelt, nach seiner Bekehrung von Bischof Petrus von Alexandrien zum Diakon geweiht, aber bald wieder wegen Verbindung mit den Schismatikern exkommuniziert. Wieder versöhnt mit Bischof Achillas von Alexandrien, wurde er zum Priester und an der Kirche Baukalis angestellt, wegen seiner Geistesgaben und aszetischen Haltung geschätzt. Seine Lehre über die Trinität ist eine Verbindung aller früheren Irrtümer:

1) des jüdischen (philonisch-ebionitisch) Monarchianismus;

2) des gnostischen (dualistischen) Emanatismus;

3) des sabellianischen (durch die aristotelische Dialektik verstärkten) Rationalismus, vermittelt durch die antiochenische Schule Lucians;

4) des platonistischen Hellenismus.

Konzil von Nicäa, mit Arius dargestellt unter den Füßen Kaiser Konstantins und der Bischöfe

Konzil von Nicäa, mit Arius dargestellt unter den Füßen Kaiser Konstantins und der Bischöfe

Seit 318 etwa verbreitete Arius seine Anschauungen (Arianismus) durch geschickte mündliche Propaganda (Lieder und Disputationen) und schriftlich in dem poetischen Werk … Es gelang seinem Bischof nicht, den Streit im Stillen beizulegen, ja selbst nicht durch eine Synode (320?) von über 100 Bischöfen zu beschwichtigen; so kam es zur Reichssynode zu Nicäa, von Konstantin berufen. Ihr Glaubensbekenntnis verwarf ausdrücklich alle Lehrpunkte des Arius, der dem Anathem und der Verbannung verfiel.

Doch bald gelang seine Rückberufung (328) durch den Einfluss der Hofkreise, die selbst seine Wiederaufnahme in die Kirche betrieben. Diese sollte, weil in Alexandrien ganz unmöglich, in Konstantinopel stattfinden (336). Doch am Vortag starb der fast Achtzigjährige plötzlich, was Athanasius und das Volk allgemein als Gottesurteil empfanden. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. I, 1930, S. 651

Siehe auch den Beitrag:

Bildquellen

  • Nikea-arius: wikimedia | CC BY-SA 3.0 Unported
Tags: Häretiker
Buch mit Kruzifix
Diokletian
Buch mit Kruzifix
Maxentius und Maximian

Weitere Lexikon-Einträge

Buch mit Kruzifix

Semiten

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Semiten Semiten, die große Familie der Völker, die nach Gn. 10, 22ff von Sem abstammen und ursprünglich dieselbe Sprache redeten wie die zu Sems Nachkommen zählenden Hebräer. Nach Gn. 11, 2 kamen sie aus…
Buch mit Kruzifix

Limbus

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Limbus Limbus heißt der Aufenthaltsort für die ohne persönliche Schuld zum Eintritt in den Himmel unfähigen Seelen der Verstorbenen. – Da selbst die höheren Geister von Gott zur körperlichen Welt in gewisse Beziehungen gesetzt…
Buch mit Kruzifix

Molinismus

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Molinismus Molinismus, das Gnadensystem des Luis de Molina, weiterhin das der Jesuiten-Theologen, im Gegensatz zum Thomismus im engeren Sinn, wie er besonders von Bañez und Zumel vertreten wurde. Der Molinismus ruht auf diesen Hauptgedanken:…
Buch mit Kruzifix

Servitenorden

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Servitenorden Serviten, amtl. Ordo servorum Mariae (OSM), auch Diener Mariä, im Mittelalter Marienknechte genannt, gegründet von 7 angesehenen Florentinern: Bonfiglio Monaldi (Bonfilius), Giovanni di Bonagiunta (Bonajuncta), Benedetto dell` Antella (Manettus), Bartolomeo degli Amidei (Amideus),…
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Droste von Vischering Droste von Vischering, Kaspar Max Freiherr von, *9.7.1770 auf Schloß Vorhelm (Westfalen), † 3.8.1846 zu Münster; 1793 Priester, 1795 Weihbischof von Münster, nahm als solcher 1819/11 an dem von Napoleon berufenen…

Weitere Lexikon-Beiträge

Buch mit Kruzifix

Apollinaris der Jüngere

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Apollinaris der Jüngere Apollinaris der Jüngere, Sohn des Apollinaris des Älteren, * um 310 zu Laodicea, hier später Lektor und schließlich Bischof. Ein Mann von außerordentlicher Gelehrsamkeit und tadellosen Sitten, von Heiden und Christen geschätzt, mit Athanasius befreundet, von Epiphanius als Häretiker noch mit Hochachtung genannt; erwarb sich große…
Buch mit Kruzifix

Noailles

Bischof
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Noailles Noailles, altes französisches Adelsgeschlecht in Limousin, dem u.a. angehören: 1) François, *1519, 1556 Bischof v. Dax, †1585; französischer Gesandter in England, Venedig, Rom, in der Türkei, überall (außer in Rom) mit Erfolg für Frankreich tätig. – 2) Dessen Bruder Gilles, †1597 zu Bordeaux; gleichfalls französischer Gesandter in England,…
Buch mit Kruzifix

Arnold von Brescia

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Arnold von Brescia Arnold von Brescia, * wohl Ende des 11. Jahrhunderts, † 1155. Studierte in Paris bei Abaelard und wurde in Brescia Priester und Augustiner-Chorherr. Ein eigenwilliger, zum Extremen geneigter Kopf, strengster Aszese ergeben und von leidenschaftlichem Reformeifer beseelt, verwarf er, in die demokratischen Kämpfe seiner Vaterstadt hinein…
Buch mit Kruzifix

Ockham

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Ockham Ockham, Wilhelm von, OMin, Philosoph und Theologe, Staatstheoretiker und Kirchenpolitiker, * zwischen 1290 und 1300 zu Ockham (England, Grafschaft Surrey), † 1349 oder 1350 zu München. Ockham studierte und lehrte in Oxford, zuletzt als Bakkalar. Der ihm häufig beigelegte Titel venerabilis inceptor bedeutet dasselbe wie der in Paris…
Buch mit Kruzifix

Wiclif

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Wiclif Wiclif (Wyclif), John v., der bedeutendste der sog. Vorläufer der Reformation, *um 1320 (1324?) zu Wicliffe oder Spreswell (Grafschaft Yorck) aus alt-sächsischem Adel, †13.12.1384 zu Lutterworth; studierte seit 1344/45 an der Universität Oxford unter den „Boreales“ als Schüler des Th. Bradwardine, ward Mag. Artium, Baccalaureus theol. und Vorstand…
Buch mit Kruzifix

Paulizianer

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Paulizianer Paulizianer, Sekte im byzantinischen Kaiserreich, die den Dualismus und eine rein geistige, auf dem Evangelium gebaute Kirche lehrte. Verwandtschaft mit dem Marcioniten und Archontikern ist vorhanden, eine ursächliche Verbindung mit ihnen aber nicht nachweisbar. Zusammenhang mit dem Manichäismus stritten die Paulizianer selber heftig ab. Die Gottheit Christi wurde…
Consent Management Platform von Real Cookie Banner