A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T Ü V W Z

Quatember

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Quatember

Quatember, das 4malige (Quatuor tempora) jährliche Fasten am Mittwoch, Freitag und Samstag nach dem 1. Sonntag in der Quadragesima, in der Pfingstwoche, nach Kreuzerhöhung und nach dem 3. Adventssonntag. Ältere Bezeichnungen für Quatember sind Angariae (s.u.), Fronfasten (=öffentliche, allgemeine, heilige Fasten), Gold- oder Giltfasten (an welchen man die „Gelt“ oder „Gilt“ zu zahlen hatte). Die Quatember, zum 1. Mai bei Leo dem großen erwähnt, gehen auf eine viel ältere Zeit zurück. Nach dem LP (I 141) soll schon Papst Calixtus († 222) ein 3maliges jährliches Fasten eingeführt haben. Leo der Große läßt sie apostolischen Ursprungs sein. Morin betrachtet die Quatember als eine christliche Konkurrenzfeier gegen die heidnischen feriae sementinae, feriae messis, feriae vindemiales. Nach andern sind sie von Anfang an eine christliche Feier zur Heiligung der 4 Jahreszeiten. Der Charakter der Quatember als Naturfeiern tritt wiederholt, besonders in den Herbst-Quatember, zu Tage. Die Quatember erschienen anfänglich als eine rein römische Lokalfeier, die mit der Verbreitung der römischen Liturgie und der römischen Liturgiebücher im 8. und 9. Jahrhundert Aufnahme im ganzen Abendland fanden, zuletzt (13. Jahrhundert) in Mailand. Papst Gelasius ((† 496) bestimmte sie zu Ordinationszeiten. Im Mittelalter behaupteten die Quatember eine wichtige Stelle im religiösen und bürgerlichen Leben. Man pflegte an ihnen reichlicher als sonst Almosen zu geben, den Armen Brot zu spenden und Bäder zu verabreichen, mit besonderer Liebe der verstorbenen zu gedenken (Quatember-Messen), dem Gottesdienst beizuwohnen. Die Quatember galten vielfach als Termine für Zahlungen und Rechnungsabschluß, außerdem für Glück verheißende Geburten („Quatemberkinder“). An den Quatember sollen sich die Armen Seelen sehen lassen.

aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. VIII, 1936, S. 580-581

Angariae (Fronfasten, Goltfasten), ursprünglich persisch, bezeichnet Frondienst für die königliche Eilpost, im Mittelalter Frondienst, Lasten und Abgaben überhaupt, dann die gewohnten Abgabetage, die Quatembertage. Dispensatio in angariis soviel als Erlaubnis, außer den Quatembertagen Weihen zu erteilen.

aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. I, 1930, S. 425

Buch mit Kruzifix
Probabilismus
Buch mit Kruzifix
Quanta cura

Weitere Lexikon-Einträge

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Sigismund deutscher Kaiser (1361 bis 1437)   Sigismund, Deutscher Kaiser, *15.2.1361 zu Nürnberg, †9.12.1437 zu Znaim. Sigismund erhielt von seinem Vater Karl IV. 1378 die Mark Brandenburg. Als Gemahl der ungarischen Erbin Maria musste…
Buch mit Kruzifix

Autonomie

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Autonomie Autonomie des Willens, das von Kant namentlich dem Utilitarismus eines Hume und Wolff gegenüber gestellte Moralprinzip: Letztere Quelle des sittlichen, des kategorischen Imperativs ist der menschliche Wille selbst; seine Bestimmung durch außer ihm…
Buch mit Kruzifix

Hugenotten

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Hugenotten Hugenotten. Das Wort Huguenots, seit etwa 1560 Name der französischen Calviner, ist vermutlich eine Französierung von eignots, der genfischen Bezeichnung für Eidgenossen; von Genf aus wurde nämlich die Protestantisierung Frankreichs hauptsächlich betrieben. –…
Buch mit Kruzifix

Zölibat

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Zölibat Zölibat ist die pflichtmäßige Ehelosigkeit der Kleriker der höheren Weihen in der abendländischen Kirche. Die biblischen Grundlagen des Zölibats sind der evangelischen Rat der freiwilligen Ehelosigkeit, „um des Himmelreiches willen“, den Christus gegeben…
Buch mit Kruzifix

Judenchristen

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Judenchristen Judenchristen, die aus dem Judentum hervorgegangenen Christusgläubigen der apostolischen und nachapostolischen Zeit. Die Urgemeinde in Jerusalem hielt streng konservativ am jüdischen Gesetz und Kult fest (Apg. 2,46; 3,1: 5,12; 10,14; 21,20-24). Die Forderung…

Weitere Lexikon-Beiträge

Buch mit Kruzifix

Proselyten

Antike
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Proselyten Proselyten (= die Hinzugekommenen, in der Vulgata proselyti, advenae). Im Alten Testament sind Gerim die Nicht-Israeliten, die sich für längere Zeit unter den Israeliten niedergelassen hatten, also vor allem die Landeseingeborenen; sie genossen den Schutz des Gastrechts, und das Gesetz nahm sich ihrer an (Ex. 20,10; 22,20; 23,9). Ließen…
Buch mit Kruzifix

Manichäismus

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Manichäismus Mani (bei den Griechen: Manes; im Abendland: Manichäus), Begründer des Manichäismus, einer gnostischen Weltanschauung und Lebenslehre, die an Bedeutung und Verbreitung zeitweilig fast einer Weltreligion gleich kam, * um 216 n. Chr. Bei Seleucia-Ktesiphon aus parthischem Hochadel, †275 oder 276 in Belapat oder Gundeschapur (persien). Manis Leben ist…
Buch mit Kruzifix

Beza

Calvinisten
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Theodor von Beza Beza (eigentlich de Bèze), Theodor, Mitarbeiter und Nachfolger Calvins, * 24.6.1519 im burgundischen Städtchen Vézelay, † 13.10.1605 zu Genf; frühzeitig in Orléans und Bourges durch seinen Lehrer, den schwäbischen Humanisten Melchior Wolmar, mit dem Protestantismus bekannt gemacht. In Paris, wo er seine juristischen Studien fortsetzte, führte…
Buch mit Kruzifix

Bogumilen

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Bogumilen Bogumilen (= „Gottesfreunde“), neu-manichäische Sekte, in griechischen Quellen auch Phundagiagiten oder Phundagiaten (Name ungeklärt) genannt und mit den Messalianern, Euchiten und Batenern gleich gesetzt. Anderseits scheinen die Lehren der ober-italienischen Patarener, der süd-französischen Albigenser, der makedonischen Babunier mit der bogumilischen Irrlehre nicht nur zufällig stark überein zu stimmen,…
Buch mit Kruzifix

Alembert

Freigeist
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Alambert Alembert, Jean le Rond d´, einer der Enzyklopädisten, geb. am 16. November 1717 zu Paris, gest. 29. Oktober 1783. Über seine Geburt schwebte längere Zeit ein gewisses Dunkel; indes war er, wie sich später herausstellte, der natürliche Sohn des Provinzial-Kommissars der Artillerie Destouches und der nicht weniger durch…
Buch mit Kruzifix

Rongeanismus

Freigeist
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Rongeanismus Ronge, Johann, Begründer des Deutschkatholizismus, * 16.10.1813 in Bischofswalde bei Grottkau, schon als Gymnasiast in Neiße ein Eigenbrödler, religiöser Grübler und Skrupulant, studierte aus Rücksicht auf seine Angehörigen Theologie in Breslau, dabei Mitglied der Burschenschaft Teutonia, 1840 zum Priester geweiht, seit März 1841 Kaplan in Grottkau, musste wegen…
Consent Management Platform von Real Cookie Banner