Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Pacca

Porträt von Kardinal Bartolomeo Pacca

Pacca, Bartolomeo, Kardinal (seit 1801), *25.12.1756 zu Benevent, † 19.4.1844 zu Rom; bereits 31.5.1785 Titular-Erzbischof und 22.6.1785 Nuntius in Köln, guter Kenner Deutschlands, für deutsches Wesen und deutsche Literatur aufgeschlossen (vgl. A. Doeberl, Konkordats-Verhandlungen (1924) 56), aber ebenso entschieden und diplomatisch klug gegenüber den unkirchlichen Maßnahmen und Forderungen der Emser Punktation (s. Emser Kongreß), musste November 1794 vor den Franzosen fliehen, war 1795-1801 Nuntius in Lissabon mit gleichem Geschick bei dem schlimmen Ansturm der Kirchenfeinde.

1806 Kardinal- Staatssekretär, mahnte zu scharfem Widerstand gegen Napoleon (Bannbulle v. 10.6.1809), wurde mit Papst Pius VII. gefangen genommen und in San Carlo (Piemont) auf 3 Jahre eingekerkert. 1813 erwirkte er bei Pius VII in Fontainebleau die sofortige Zurücknahme des durch Napoleon erzwungenen neuen Konkordats. Seit 1814 in Rom, bewog er den Papst zur Wiederherstellung des Jesuitenordens, dem er früher ungünstig gesinnt gewesen war. Er drängte auch zur Wiedererrichtung des Kirchenstaates, in dem er früh den Denkmalschutz einführte. (Lex Pacca 1820) 1830 wurde er Kardinal-Bischof von Ostia und Velletri. Sein wechselreiches Leben spiegeln seine Erinnerungen wieder: Memorie storiche sul soggiorno des Cardinale B.P. In Germania 1785-94.

aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. VII, 1935, Sp. 857 – Sp. 856

Siehe auch den Eintrag bei Wikipedia:

Bildquellen

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