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Molina

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Molina

Molina, Alonso de, OFM, Missionar und Sprachforscher, * wahrscheinlich 1511 zu Escalona (Spanien), wanderte mit seinen Eltern 1523 nach Mexiko aus, 1555 Guardian von Texcoco, † 18.3.1584 zu Mexiko. Verfaßte das 1. Wörterbuch (Vocabulario, Mexiko 1555; Faksimile-Neudruck v. J. Platzmann, 2 Bde, Leipzig 1880) und die 1. Grammatik (arte de la lengua mexicana, Mexiko 1571) der Aztekensprache, ferner Katechismen, Beichtbücher und andere religiöse Schriften für den Unterricht der Neubekehrten.

Molina, Antonio de, AugEr (seit 1575), später OCarth, * um 1560 zu Villanueva de los Infantes, † 1612 oder 1619 als Prior zu Miraflores. Seine eindringliche, zitatenreiche Instrucción de sacerdotes erzielte rasch 20 Auflagen; die Auffassung darin über den öfteren Empfang der hl. Kommunion wurde von Petavius gegen Arnauld verteidigt. Auch die übrigen aszetischen Schriften Molinas sind ob ihrer kirchlichen Korrektheit, geistlichen Wärme und gepflegten Diktion sehr geschätzt, besonders die Exercicios espirituales (Burgos 1615 u. ö.; auch lateinisch 1618 und 1644).

Molina, Luis de, SJ, scholastischer Theologe, * September 1535 zu Cuenca (Neukastilien), trat 10.8.1553 zu Alcalá in den Orden ein, machte seine Studien in Coimbra und lehrte dort 1563-1567 Philosophie, 1568 bis 1583 in Evora Theologie, bereitete 1583-1591 in Lissabon seine Werke zum Druck vor, kehrte Januar 1591 nach Cuenca zurück, wurde März 1600 Moralprofessor in Madrid, † ebd. 12.10.1600. Sein bekanntestes Werk ist die Concordia liberi arbitrii cum gratiae donis, divina praescientia, providentia, praedestinatione et reprobatione (Lissabon 1588 u.ö.), das den Gnadenstreit veranlaßte zwischen Molinismus (Nach Molina benannt) und Thomismus. Von seinen Thomaskommentaren erschien nur der zur prima pars, der auch die Concordia mitenthält (Cuenca 1592 u.ö.). Für die Moraltheologie sehr bedeutsam ist sein groß angelegtes Werk De justitia et jure (6 Bände, Cuenca bzw. Antwerpen 1593/1609 u.ö.). –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. VII, 1935, Sp. 261

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