Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Mamachi

Mamachi, Thomas Maria, O.Pr.; Archäologe, wurde am 8. Dezember 1713 auf der Insel Chios aus einer vornehmen, ursprünglich aus Frankreich eingewanderten Familie geboren. Er trat in den Dominikanerorden, zeichnete sich durch Talent und Eifer für die Wissenschaften aus, wurde 1740 Professor an der Propaganda zu Rom und erhielt bald noch andere Ämter. Der Aufenthalt in Rom gewährte seiner Wißbegierde die reichlichste Nahrung und brachte ihn mit den gelehrtesten Männer seines Ordens, namentlich Concina, Orsi und Dinelli, in Verkehr. Am staunenswertesten waren seine Fortschritte in der Kenntnis der christlichen Altertümer, so daß ihm schon der gelehrte Papst Benedikt XIV. durch ein ehrenvolles Breve die höchsten theologischen Würden und eine Stelle als Konsultor des Index erteilte. Die Parteilosigkeit, welche er in dieser Stellung sowohl den Appellanten (Jansenisten) als den Jesuiten (respektive ihren Büchern) gegenüber einnahm, zog ihm bei Manchen den Vorwurf eines charakterlosen Schwankens zu; aber Rom hielt ihn stets in hohen Ehren; Pius VI. ernannte ihn zum Magister sacri palatii und bediente sich oft seines Rates und seiner Feder. Überdies leitete Mamachi die Herausgabe des kirchlichen Journals, das seit 1785 zu Rom erschien. Er starb am 7. Juni 1792 an einem Gallenfieber zu Corneto bei montefiascone, wohin er sich kurz zuvor gesundheitshalber begeben hatte… 4. Das Hauptwerk Mamachis sollte seine christliche Archäologie werden unter dem Titel: Originum et antiquitatum christianarum libri XX, 1749-1755. Es erschienen von den 20 Büchern jedoch nur 5 in 4 Quartbänden (neue Auflage in 6 Bänden, Rom 1842-1851), denn andere Geschäfte, dogmatische und kirchenrechtliche, hinderten leider die Vollendung dieser ebenso scharfsinnigen als gelehrten Arbeit… 5. De animabus justorum in sinu Abrahae ante Christi mortem expertibus beatae visionis Dei libri II, Rom 1766, 2 Bände, gegen den Canonicus Cadonici von Cremona, welcher behauptete, daß die Gerechten des Alten Testaments schon vor dem Hinabsteigen Christi and inferos die Seligkeit der Gottesanschauung genossen hätten… 8. Alethini Philaretae epistolarum de Palafoxii orthodoxia, Rom. 1772 et 1773, in 2 Oktavbänden, eine Antwort auf die Einwürfe der Jesuiten gegen die Beatifikation des B. Palafox, den sie des Jansenismus beschuldigt hatten. Mamachi urteilt darin ziemlich hart über mehrere französische Notabilitäten, z.B. Tournely. Diese Schrift beleidigte die Jesuitenpartei; aber zu gleicher Zeit erklärte sich Mamachi auch sehr stark gegen deren Gegner, die Appellanten und die jansenistische Kirche von Utrecht. Endlich war Mamachi einer der ersten, welche den Kampf gegen Febronius aufnahmen, durch seine Schrift: 9. Epiostolae ad Justinum Febronium de ratione regendae christianae reipublicae, deque legitima romani Pontificis auctoritate, Romae 1776 et 1777, in 2 Oktavbänden. –
Quelle: Wetzer und Welte`s Kirchenlexikon, Bd. 8, 1893, Sp. 583 – Sp. 584

Tags: Dominikanerorden
Buch mit Kruzifix
Tournely
Buch mit Kruzifix
Spiegel

Weitere Lexikon-Einträge

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Konrad I. bis IV. Könige von Deutschland Konrad I. – Konrad II. – Konrad III. – Konrad IV. Konrad I., Herzog von Franken, mit Kaiser Arnulf verwandt, zu Forchheim November 911 unter dem Einfluss…
Buch mit Kruzifix

Blutampullen

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Blutampullen Blutampullen (Blutgläser, ampullae sanguinolentae; phiolae cruentae, rubricatae; vgl. Art. Ampullen), kleine schalen- oder flaschenförmige, im innern oder am Verschluss von Katakomben-Gräbern gefundene Gläser mit rotem Niederschlag, den man als Märtyrerblut ansah und als…
Buch mit Kruzifix

Menelaus

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Menelaus Menelaus, verdrängte durch Bestechung des Antiochus IV. Epiphanes den Hohenpriester Jason, war nach 2. Makk. 4, 23 Bruder des Tempelbeamten Simon, gehörte also der Priesterfamilie Balgea an (ebd. 3, 4; so ist statt…
Buch mit Kruzifix

Geheimbünde

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Geheimbünde Geheimbünde sind Vereinigungen, die ihre Existenz selbst oder ihre Verfassung, Lehren, Gebräuche und Ziele geheim halten. Die Eingeweihten, meist erst nach einer Prüfung und oft unter kultischen Reinigungen aufgenommen, sind streng zum Schweigen…
Buch mit Kruzifix

Talleyrand

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Talleyrand Talleyrand, französisches Adelsgeschlecht, wohl eine Linie der Grafen v. Périgord, seit dem 18. Jahrhundert Talleyrand-Périgord genannt. Alexandre Angélique, * 16.10.1736 zu Paris, † 20.10.1821 ebd.; 1766 Koadjutor und 1777 Nachfolger des Erzbischofs von…

Weitere Lexikon-Beiträge

Es wurden keine Ergebnisse gefunden.
Consent Management Platform von Real Cookie Banner