A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T Ü V W Z

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Hyrkanus

Hyrkanus, Beiname von 2 makkabäischen Fürsten:

Johannes Hyrkanus I., Fürst und Hoherpriester (135 bis 104), Sohn des Makkabäers Simon, hat das jüdische Gebiet bedeutend erweitert. Er nahm Sichem, zerstörte den Tempel auf dem Garizim, unterwarf die Idumäer und zwang sie zur Beschneidung, zerstörte zuletzt die Stadt Samaria trotz syrischer und ägyptischer Hilfe. Von Bedeutung war sein Bruch mit den Pharisäern und seine Anlehnung an die Sadduzäer, Parteien, die unter diesen Namen damals zuerst erscheinen. Die 1. Makk. 16, 23 u. 24 erwähnte Geschichte des Johannes Hyrkanus ist nicht erhalten.

Dessen Enkel Johannes Hyrkanus II., ältester Sohn des Alexander Jannäus, Hoherpriester unter der Regierung seiner Mutter Alexandra (76-67), sollte ihr in der königlichen Würde folgen, unterlag aber im Bruderkrieg dem Aristobul II. durch die Schlacht bei Jericho und lebte seitdem als Privatmann in Jerusalem. Durch den Idumäer Antipater verleitet, verbündetet er sich mit den Nabatäer-König Aretas III. Aristobul wurde geschlagen und auf dem Tempelberg belagert. Des Pompejus Legat Skaurus unterstützt 65 den Aristobul. Als aber 63 Pompejus Jerusalem eingenommen hatte, erhielt Hyrkanus II. die Hohepriester-Würde und das verkleinerte jüdische Gebiet als römischer Vasall (63-40).

Durch Prokonsul Gabinius v. Syrien wurde er später aller politischen Rechte entkleidet, indem das Land in 5 von seiner Herrschaft befreite Bezirke geteilt wurde. 55 wurde Hyrkanus II. wieder Ethnarch und sein Freund und Berater Antipater Prokurator v. Judäa. Nach der Schlacht v. Pharsala unterstützte Hyrkanus II. die Sache des Cäsar in Ägypten; als Entgelt erhielt er volle Gerichtsbarkeit in Judäa. Als 40 die Parther in Syrien eingefallen waren, verbündete sich des Aristobul Sohn Antigonus II. mit ihnen. Hyrkanus II. wurde gefangen, verstümmelt, um zum Hohenpriester untauglich zu sein, und in parthischer Gefangenschaft geführt, von den Juden Babyloniens dann los gekauft und 36 von Herodes zurück gerufen, 30 aber wegen angeblicher Verschwörung hingerichtet als der letzte der Hasmonäer.

Hyrkanus der Tobiade, Sohn des Josephus (2. Makk. 3, 11; Josephus, antiqu. XII 4, 2ff), baute sich nach einem vergeblichen Versuch, Jerusalem (als Messias?) zu erobern, um 190 v. Chr. In Transjordanien eine Festung zu Tyros (Sur; jetzt Arak-el-Emir). Beging wahrscheinlich Selbstmord bei der Thronbesteigung des Antiochus Epiphanes. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. V, 1933, Sp. 237 – Sp. 238

Buch mit Kruzifix
Seleukiden
Buch mit Kruzifix
Herodes

Weitere Lexikon-Einträge

Buch mit Kruzifix

Tournely

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Tournely Tournely, Honoré de, *28.8.1658 zu Antibes (bei Nizza), studierte an der Sorbonne, 1685 (?) Priester, 1688 (nach Unterzeichnung der gallikanischen Artikel v. 1682) Professor an der Sorbonne, um 1714 zugleich Kanonikus der Sainte-Chapelle…
Buch mit Kruzifix

Joachim von Floris

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Joachim von Floris Joachim von Fiore (Flore, Floris), auch J. v. Celico (sel.), Mystiker und Apokalyptiker, * um 1132 (?) zu Celico in Kalabrien, † 20.3.1202 zu Fiore. 1177 Abt des Zisterzienser-Klosters Corazzo, als…
Buch mit Kruzifix

Proterius

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Proterius Proterius, hl., rechtgläubiger Patriarch von Alexandria, früher Archipresbyter, wurde nach der Absetzung des Dioskur 451 von den „nobiles civitatis“ unter starkem Widerstand des Volkes zu dessen Nachfolger gewählt; hatte auch später stets eine…
Buch mit Kruzifix

Juda

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Juda Juda (Gn. 29, 35, mit „preisend bekennen“ erklärt, assyrisch Ja-u-di), der 4. Sohn Jakobs von der Lia (Gn. 29, 35), noch während Jakobs Aufenthalt bei Laban in Mesopotamien geboren. Er teilte den Hass…
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Joseph von Arimathäa In der Mitte ist Josef von Arimathäa dargestellt, wie er den Leichnam Jesu hält Joseph von Arimathäa, im Neuen Testament ein reicher und frommer Israelit, dem das Vorrecht zufiel, Jesu die…

Weitere Lexikon-Beiträge

Buch mit Kruzifix

Synode von Pisa

Kirchenhistorie
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Synode von Pisa (1409) Von den Synoden ist die von 1409 die bedeutendste. Enttäuscht und verärgert über das unschlüssige, widerspruchsvolle Verhalten Gregors XII. und des Gegenpapstes Benedikt XIII. in der Unionsfrage, entschlossen sich die meisten Kardinäle beider Obedienzen, ihre Päpste zu verlassen, und vereinbarten 29.7.1408 auf der Zusammenkunft v.…
Buch mit Kruzifix

Lessius

Orden und Ordensleute
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Lessius Lessius (Ley), Leonhard, SJ (seit 1572), scholastischer Theologe, * 1.10.1554 zu Brecht bei antwerpen, lehrte 1574-1581 Philosophie in Douai, studierte 1583-1584 in Rom Theologie unter Suarez, lehrte 1585 bis 1600 Theologie am Jesuitenkolleg zu Löwen, † ebd. 15.1.1623. Lessius litt lebenslang an einer schmerzlichen Krankheit, die er sich…
Buch mit Kruzifix

Pharisäer

Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Pharisäer Pharisäer („Separatisten“), Name seit Johann Hyrkanus I. (135-104 v. Chr.), anfangs tadelnde Bezeichnung im Munde ihrer Gegner, von ihnen gern übernommen, da sie ihre „Absonderung“ für etwas Gott Wohlgefälliges hielten; Apg. 15,5 und 26,5 werden sie als Sonderrichtung bezeichnet. Sie selbst nannten sich Genossen. Ihre Wurzel hatten sie…
Buch mit Kruzifix

Heinrich, Johann Baptist

Biographie
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Heinrich, Johann Baptist Heinrich, Johann Baptist, * 15.4.1816 zu Mainz, † 9.2. 1891 ebd.; studierte seit 1834 Rechtswissenschaft in Gießen, 1837 Dr. jur., 1840 Privatdozent daselbst; studierte 1842-43 Theologie in Tübingen und Freiburg i. Br., 1844 Seminar in Mainz zum Priester geweiht, Domkaplan, 1846 Religionslehrer in Mainz, 1848 Schriftführer…
Buch mit Kruzifix

Armutsstreit

Orden und Ordensleute
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Armutsstreit Armutsstreit. Die Franziskaner lehrten, die Regel ihres Stifters, die jedes Recht auf Eigentum sowohl in speciali wie in communi verbiete, schlösse die höchste religiöse Vollkommenheit ein, die Christus selbst gelehrt und durch sein Beispiel geübt habe. Hierin waren sich alle Franziskaner einig. Außerhalb des Ordens wurde diese Lehre…
Buch mit Kruzifix

Fideismus

Irrlehrer und Irrlehren
Lexikon für Theologie und Kirche Stichwort: Fideismus Fideismus, auch Symbolofideismus, nannte sich die Anschauung der Professoren der 1877 gegründeten Pariser protestantischen theologischen Fakultät Louis Aug. Sabatier und Eugène Ménégoz (1838-1921) über das Verhältnis von Glaube und Dogma. Um die Religion dem modernen Menschen wieder nahe zu bringen und die Kluft zwischen der reformierten Orthodoxie und…
Consent Management Platform von Real Cookie Banner