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Biographie

Nicolas, August

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Nicolas, August

Beiträge von August Nicolas Apologet: Porträt von Auguste Nicolas

Nicolas, August, einer der namhaftesten französischen Apologeten des Christentums im gegenwärtigen (Anm. d.h. 19.) Jahrhundert, war geboren im Jahre 1807 zu Bordeaux, widmete sich dem Rechtsstudium und wurde Rechtsanwalt am königlichen Gerichtshofe daselbst. Bald (1841) wurde er zum Friedensrichter des vierten Arrondissement von Bordeaux ernannt. Nach 1848 wurde er Abteilungschef im Kultusministerium zu Paris unter dem Minister de Falloux. Er blieb in dieser seiner Funktion auch nach dem Sturz dieses Ministers und erhielt im Jahre 1854 die Generalinspektion über alle Bibliotheken Frankreichs. Nachgehends wurde er als Richter dem Gerichtshofe erster Instanz der Seine zugeteilt. Er starb im Jahre 1888 zu Versailles. –

Mit einem tief religiösen Gemüte und mit reichen Geistesgaben ausgestattet, wusste Nicolas, obgleich durch die Geschäfte seines Berufes nach allen Seiten hin in Anspruch genommen, es doch zu ermöglichen, dass er eine ausgebreitete literarische Tätigkeit entfaltete, die fast ausschließlich auf dem apologetischen Gebiet sich bewegte. Er hat sein ganzes Leben der Begründung und Verteidigung des Christentums gegenüber den pseudo-philosophischen modernen Irrtümern gewidmet und eine Reihe von Werken in dieser Richtung geschrieben. Die hauptsächlichsten derselben, die auch ins Deutsche übersetzt wurden, sind folgende:

a. Philosophische Studien über das Christentum (Études philosophiques sur le christianisme), Bordeaux 1842-1845, 4 Bde, ein Werk, das in Frankreich in vielen Auflagen erschien und von Hester nach der 7. Auflage ins Deutsche übersetzt wurde.

b. Die Jungfrau Maria und der göttliche Plan. Neue Studien über das Christentum ) La vierge Marie et le plan divin. Nouvelles études philosophiques sur le christianisme), Paris 1852. 1853. 1861, 4 Bde. Übersetzt ins Deutsche v. Karl Reiching, Regensb. 1856-1860. Während das erstere Werk eine vollständige Apologie des Christentums bietet, schildert das letztere die Stellung, welche die heilige Jungfrau in der christlichen Heilsökonomie einnimmt. Dazu kommen ferner:

c. Die Kunst des Glaubens, oder philosophische Vorbereitung, um christlich zu glauben, 2 Bde., deutsch von Adolf Pliske, Regensb. 1867.

d. Die Gottheit Christi, neuer Beweis, abgeleitet aus den neuerlichen Angriffen des Unglaubens, zugleich Fortsetzung der philosophischen Studien über das Christentum, deutsch nach der 3. Aufl., Regensb. 1864. Es ist dieses Werk gegen Renan gerichtet. Endlich e. Vom Protestantismus und allen Häresien in ihrer Beziehung zum Socialismus, Paris 1852 u. 1853, 2 Bde., deutsch Paderborn 1854.

Es ist in diesen Werken ein reicher Fonds des Wissens nieder gelegt; die elegante Form der Darstellung wetteifert mit der Tiefe des Gedankens, so dass deren Lektüre nicht bloß überzeugend wirkt, sondern auch dem Gemüt einen hohen Genuss gewährt …

Seine apologetischen Ausführungen sind überall nicht so fast für Theologen als vielmehr für Laien berechnet, welche in der Welt stehen und mit dieser und ihren Irrtümern verkehren; sie berücksichtigen auch überall vorzugsweise die modernen Irrtümer, jene falschen Doktrinen, welche heutzutage die Geister faszinieren und dem positiven Christentum entfremden.

Die Nicolas`schen Schriften sind daher ganz geeignet, gleichsam einen Sauerteig zu bilden, um damit die dem Christentum entfremdete moderne Welt zu durchdringen und in ihr die christliche Idee wieder neu zu beleben und zur Herrschaft zu bringen. So erweist sich Nicolas als ein würdiges Glied jener „religiösen Schule“ in Frankreich, welche im laufenden Jahrhundert schon so Bedeutendes für die Wiederbelebung des christlichen Geistes auf dem Gebiet der Wissenschaft und des Lebens geleistet hat. Er ist auch, einige traditionalistische Anklänge abgerechnet, jenen Irrtümern ferne geblieben, in welche namhafte Mitglieder dieser „religiösen Schule“ sich leider verstrickt haben.

Seine Schriften blieben daher auch von der kirchlichen Autorität nicht bloß stets unbeanstandet, sondern sie wurden von den Bischöfen auch auf`s Wärmste empfohlen. –
Quelle: Wetzer und Welte`s Kirchenlexikon, Bd. 9, 1895, Sp. 276 – Sp. 279

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