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Hakeldama

Lexikon für Theologie und Kirche

Stichwort: Hakeldama

Hakeldama (= Blutacker Mt. 27,6 u. 8; Apg. 1,18f), das Töpferfeld, das von dem Judaslohn gekauft wurde. Biblische Angaben über die Lage fehlen. Seit dem 4. Jahrhundert sucht man es in der Nähe des Teiches Siloë und lokalisiert es heute noch auf den Hang im Süden des Hinnomtales (Wadi-er-Rababi), westlich des griechischen Onuphrios-Klosters. Das noch als Ruine vorhandene, teils in den Felsen gesprengte, teils gemauerte Totenhaus haben nach 1143 die Johanniter gebaut. –
aus: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. IV, 1932, Sp. 793

Hakeldama liegt an der südlichen Seite der Schlucht Hinnom (heute Wadi-er-Rababi), nahe bei deren Ausmündung in das Cedrontal. Ein Tor des alten Jerusalem über dem Tal Hinnom hieß das Töpfertor (Jer. 19,1 u.2), sicher mit Beziehung auf diesen „Töpferacker“. Der Acker hat gegen 16 m in der Länge, 12 m in der Breite. Zum ehemaligen Acker, den die hl. Helena mit einer Mauer umgeben ließ, gehört auch eine Vorhalle zu Grabhöhlen, die an den Felsabhang hingebaut sind. Eine tief gelegene Türe führt in die viereckige Halle, die von Osten nach Westen 9 m lang, von Nord nach Süd 6 m breit ist. Der untere Teil des Baues besteht aus Fels, der obere aus geränderten Quadern. Ein solider, 2-3 m dicker Mittelpfeiler nebst zwei demselben entsprechenden Pilastern an der östlichen und westlichen Wand teilen den Bau in zwei Abteilungen (Schiffe) und tragen die zwei gleich laufenden, fast 11 m hohen Kreuzgewölbe. Öffnungen in der Decke dienten dazu, die Leichname hinab zu lassen, so daß sie unten in freier Luft verwesten. Der Boden ist mit Menschenknochen ganz bedeckt, da die Stätte bis zu Mitte des 19. Jahrhunderts zum Beisetzen von Leichen diente. Über der Gruft befand sich ehedem eine Kirche namens Hakeldama. Sie ward mit dem anstoßenden Baumgarten im Jahre 1143 vom Patriarchen Wilhelm an den Johanniterorden abgetreten, der ein eigenes Hospital für die abendländischen Pilger errichtet hatte. Um das Jahr 1340 kauften die Franziskaner von den Türken die Kirche und den Baumgarten und errichteten auf einem Teil des letzteren ein Kloster. Die Türken aber zerstörten bald danach Kirche und Kloster bis auf den Grund, so daß der Pilger Faber im Jahre 1483 nur noch die unverwüstliche Gruft vorfand, und zwar im Besitz der Armenier. –
aus: Schuster/Holzammer, Handbuch der Biblischen Geschichte, Bd. II, Neues Testament, 1910, S. 499 – S. 500

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