Päpste Gönner und Beschützer der Jesuiten

Die Päpste Gönner und Beschützer der Jesuiten

Papst Paul III. gab ihnen das Zeugnis, daß sie Männer seien, „welche vom heiligen Geist angetrieben, auf alle Vergnügungen der Welt verzichtet haben, – sich in der Predigt des göttlichen Wortes, in Privat-Gesprächen, durch welche sie die Gläubigen zu einem frommen und gottseligen Leben mahnen, in der Aufmunterung zu frommen Betrachtungen, im Dienste der Kranken, in der Unterweisung der Jugend und des gemeinen Volkes, und in allen Werken der Liebe ganz Jesu Christo weihen; daß in ihrem Institut nichts zu finden, was nicht fromm und heilig wäre“ (Bulle: Regimini. 27. Sept. 1540).

Papst Julius III. nannte sie „geliebte Söhne, welche die Eitelkeiten der Welt verlassen, und dem Allerhöchsten im Geiste der Demut wohlgefällig dienen, mit glühendem Eifer durch erbauliche Tugend-Beispiele und gründliche Gelehrsamkeit zum Dienste der göttlichen Majestät bewegen“ (Bulle: Sacrae Religionis., 31. Oktober 1552).

Papst Marcellus II., der nur 22 Tage Papst war, „verlangte vom heiligen Ignatius zwei Patres, um über die wichtigsten Gegenstände der Religion zu beraten, und Entschließungen zu fassen“; und sagte zum heiligen Stifter: „Trachten Sie Leute zu bilden; Unsere Sache wird es sein, sie zu verwenden“ (Bartoli, Geschichte Italiens)

Papst Paul IV. würdigte sie seiner besonderen Liebe „wegen ihrer hochherzigen Bemühungen, durch Lehre und Beispiel in den Fußstapfen Christi zu wandeln“; und er sagte, „die Familie dieser Gesellschaft, welche wie die Kirche Gottes von einem kleinen Anfang ausgegangen, sei außerordentlich heran gewachsen, indem sie unter so großen Anstrengungen nicht nur nicht ermattete, sondern jeden Tag berühmter und größer werde“ (Brumato, Geschichte Paul IV.).

Papst Pius IV. drückte sich in einem Breve an den Kaiser Maximilian also aus: „Die Jesuiten werden unschuldig verleumdet aus Neid über das Gute, das sie tun. Aber sie gehen aus der Anklage glorreicher hervor als früher.“ Auch gibt er ihnen das Zeugnis, §er fühle sich bewogen, ihnen besondere Gnaden zu spenden, weil sie eben so, wie sie den Namen Jesus tragen, ihn auch durch ihre Werke, durch ihre Lehre und durch ihr Beispiel nachzuahmen streben“ (Breve: Etsi es debito. 13. April 1561).

Papst Pius V., der Heilige, erklärte, „die Gesellschaft Jesu habe durch Männer, die wegen ihrer Wissenschaft besonders in der heiligen Schrift, wegen ihrer Frömmigkeit, wegen ihres musterhaften Lebens, wegen der Heiligkeit ihrer Sitten berühmt sind, und als die besten Verkünder und Ausleger des göttlichen Wortes in den entfernten barbarischen Ländern, welche Gott noch gar nicht kannten, wirkten, mit dem Segen des Herrn die reichlichsten Früchte in der christlichen Welt hervor gebracht, und hört noch nicht auf, sie mit allem Eifer hervor zu bringen.“ Er sagt, „daß die Gesellschaft Ihm und dem apostolischen Stuhl besonders lieb sei. (Bulle: Innumerabilis. 29. April 1568). Er selbst vertraute ihnen die Pönitenziarie von St. Peter an.

Papst Gregor XIII. sprach wenigstens in 27 Bullen und Breven von den Jesuiten, und nannte sie „die unermüdlichen Ausrotter der Irrtümer aus dem Weinberg des Herrn“ (Litt. Apost.: Salvatoris, 30. Oktober 1576); er nannte sie „seine geliebten Söhne, welche teils im Weinberg des Herrn, wie fruchtbare Rebzweige, fast in der ganzen Welt die Gläubigen Christi auf dem Wege der Gebete erhalten, die Schwachen im Glauben stärken, die Kranken heilen, die Gebrochenen aufrichten, die Verirrten zurückführen, die zerstreuten Schafe – sammeln, – über die Oberfläche der Erde zerstreut, in wilde Länder eindringen, um die Menschen, welche ein tierisches Leben führen, zu bekehren, und zu zivilisieren; teils in ihren Häusern durch die Spendung der Sakramente, durch Predigten, durch geistliche Übungen, durch den unterricht der Jugend in der Wissenschaft und Religion nach der ursprünglichen Einrichtung ihres Institutes und nach ihrem göttlichen Beruf zum geistlichen Vorteil der Kirche tätig sind“ (Ibid.). Er ließ es aber bei den Worten nicht bewenden, sondern eröffnete ihnen auch in der Tat Häuser und Kollegien durch ganz Europa.

Papst Sixtus V. erteilte ihnen die ausgedehntesten Vollmachten, Privilegien und Ablässe in Bezug auf die marianischen Kongregationen ihrer Schulen (Litt. Apost.: Romanum decet. 29. Sept. 1587); und als er vernahm, daß Einige meinten, nach dem Tode Gregor`s XIII. könne man die Gesellschaft ungestraft angreifen, antwortete er, er habe durch sein Benehmen bewiesen, welche Zuneigung er für dieselbe hege.

Papst Gregor XIV. bestätigte neuerdings das Institut der Gesellschaft Jesu, verbot unter den strengsten Kirchenstrafen, sie direkt oder indirekt zu bekämpfen, und tat bei dieser Gelegenheit den Ausspruch: „Der Orden der Gesellschaft Jesu, welchen die Vorsehung in diesen Zeiten erweckte, hat bis jetzt so wacker gearbeitet, und fährt beständig fort, so unablässig zu arbeiten, daß wir der Ansicht sind, seine Störung und seine Schwächung würde zum allgemeinen Schaden, seine ruhige und ungestörte Entwicklung dagegen zur Wohlfahrt der Kirche selbst ganz besonders beitragen“ (Const.: Ecclesiae catholicae. 28. Jun. 1591).

Papst Klemens VIII. nannte sie „den rechten Arm des apostolischen Stuhles (Suarez, De relig. Vol. IV. p. 332. Venet. Edit.) und erließ ein Breve (Romanus Pontifex. 14. Jun. 1595) und zwie Apostolische Schreiben zu Gunsten der Gesellschaft Jesu (Pastoralis romani. 15. Jun. 1598. Cum sicut. 30. Aug. 1602).

Papst Paul V. gibt ihr das Zeugnis: „Wir wissen wohl, wie große Fortschritte der Orden der Gesellschaft Jesu zum Vorteil des Glaubens, der Frömmigkeit und der Religion macht, und es weiß es auch die ganze christliche Welt“ (Litt. Apost.: Quantum religio. 31. Aug. 1606).

Papst Gregor XV. erklärte sie „wegen der Verteidigung des katholischen Namens und wegen der über die Irrlehre errungenen Siege für die berühmteste Gesellschaft“, und er sagte: „Wie sehr sie von uns geliebt werde, sollen allen Ländern der Erde und allen kommenden Jahrhunderten jene zwei großen Vorkämpfer des christlichen Reiches, der hl. Ignatius und der hl. Xaverius beweisen, welche wir mit dem Namen der Heiligen geschmückt haben“ (Append. Ad Bull. S. Congreg. De Propag. Fide).

Papst Urban VIII. und Papst Innozenz X. erteilten ihr fast dieselben Lobsprüche „wegen ihres Eifers für das Heil der Seelen, wegen ihrer Liebe gegen Gott und den Nächsten, wegen ihrer Treue und Rechtschaffenheit bei dem Unterricht der Jugend“ (Innoc. X. Constit. Prospero felicique. 1. Jan. 1646); und der Erstere vertraute ihr das Kollegium Illyricum an, der Letztere aber förderte ihre Missionen.

Papst Alexander VII. spendete ihr in einer seiner Konstitutionen ein unbegrenztes Lob (Litt. Ap. Cum sicut. 1. Jun. 1661. et: Debitum pastoralis. 1. Jan. 1663) und führte sie in die Republik Venedig ein.

Papst Klemens IX. versicherte sie, „daß er ihr mit apostolischer Liebe zugetan sei, als einem durch Männer berühmten Orden, welche durch Frömmigkeit und Religiosität, durch Gelehrsamkeit in den heiligen und schönen Wissenschaften, in der Wissenschaft des eigenen und fremden Seelenheiles geschmückt seien, und durch besondere Verdienste um den heiligen Stuhl sich auszeichnen“ (Litt. Apost. Religiosorum virorum. 20 Sept. 1668).

Die Päpste Klemens X. und X:, Innozenz XI., XII., XIII. und Alexander VIII. wiederholten dieselben Lobsprüche beinahe mit denselben Worten;
Benedikt XIII. bezeugte, „daß die Gesellschaft Jesu in allen Ländern durch ihre Lehre, durch ihr Wort, durch ihr Beispiel und durch ihren Eifer, womit sie die Gläubigen zu frommen und heilsamen Werken zur Ehre Christi anspornt, immer reichlichere Früchte bringe; und daß er sie deshalb besonders liebe“ (Litt. Apost.: Redemptoris nostri. 23. Sept. 1729).

Der große und gelehrte Papst Benedikt XIV. spendete der Gesellschaft Jesu wenigstens in zehn Bullen gleiches Lob. Er sagte „sie sei der Wohlgeruch Jesu Christi und gelte als solcher überall“ (Litt. Apost.: Praeclaris Roman. 24. April 1748). Er behauptete: „Es ist eine bekannte Sache, und Alle wissen es, wie die Gesellschaft Jesu, ein diesem heiligen Stuhl im höchsten Grade ergebener Orden, sich wie eine edle Mutter einer großen Zahl ihrer Ordensmänner gerühmt habe, und jetzt auch nicht unverdient rühme, welche durch ihre christliche Tugend, durch den Glanz ihrer Sittenreinheit, durch mannigfaltige Gelehrsamkeit und durch ihren Eifer für das ewige Heil der Gläubigen höchst empfehlenswert sind“ (Litt. Apost.: Constantem. 24. April 1748, et: Nunc autem. 27. Sept. 1748).

Als endlich die weltlichen Gewalten, von der gottlosen und unsittlichen Philosophie der Voltairianer, die sich zum Sturz der Kirche, als der Infamen, wie sie dieselbe lästerten, erhoben hatten, und ihr erstes Bollwerk, die Gesellschaft Jesu, zu stürzen sich bemühten, irre geleitet und verführt, auf den Untergang der Jesuiten mit aller Anstrengung hinarbeiteten; erhob sich Papst Klemens XIII. mit der ganzen Kraft der apostolischen Autorität zu deren Verteidigung, und schrieb an den König von Spanien: „Durchaus unschuldig ist, Wir sagen es im Angesicht Gottes und der Menschen, die Körperschaft, das Institut, der Geist der Gesellschaft Jesu, und nicht bloß unschuldig, sondern fromm, nützlich, heilig in ihrem Zweck, in ihren Gesetzen, in ihren Grundsätzen; und wie viele Mühe sich ihre Feinde gegeben haben, das Gegenteil zu beweisen, als Anschwärzungen, abscheuliche Lügen und Widersprüche, mit welchen sie ihre Anschuldigungen zu begründen vorgaben.“ Er trug dem großen Kardinal Torreggani, dem Nuntius in Spanien, auf, den durch Betrug und Lügen getäuschten Personen den Irrtum zu benehmen; er bewirkte, daß der Staatsrat von Kastilien das berüchtigte Buch der Reflexionen durch Henkershand verbrennen ließ; er sendete siebenundzwanzig Breven durch die Länder Europa`s, um die gegen die Gesellschaft Jesu gesponnenen Lügengewebe zu zerreißen, und hörte bis zu seinem Tode nicht auf, mit seinem ganzen Ansehen für die verfolgte Unschuld einzustehen. –
aus: Georg Patiß SJ, Die Anklagen gegen die Gesellschaft Jesu, 1867, S. 6 – S. 12

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